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Musikmarkt in Deutschland wächst dank Streaming kräftig

Der Anteil an gestreamter Musik nimmt zu und verhilft dem deutschen Musikmarkt zu einem deutlich höheren Umsatzplus als erwartet. Allerdings wird das Geschäft immer noch vor allem von CDs getragen.

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Spotify

(Bild: dpa, Daniel Bockwoldt/Archiv)

Der deutsche Musikmarkt ist im vergangenen Jahr dank neuer Internet-Angebote noch stärker gewachsen als zunächst angenommen. Der Gesamtumsatz der Branche stieg um 4,6 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am Donnerstag mitteilte. Bei vorläufigen Berechnungen im Januar ging er noch von einem Plus von 3,9 Prozent aus. Dabei habe sich das Geschäft mit Musik-Streaming mit einem Wachstum von 106 Prozent mehr als verdoppelt und mache nun 14,4 Prozent der gesamten Erlöse aus. Downloads lagen mit einem Umsatzanteil von 15,6 nur noch unwesentlich über den Streaming-Einnahmen. Insgesamt habe das Digitalgeschäft nun einen Anteil von 30,8 Prozent am Gesamtmarkt.

Ende 2015 wurden 617 Millionen Songs pro Woche gestreamt.

(Bild: BVMI)

Der Vorstandsvorsitzende des BVMI, Dieter Gorny erklärte, dass man an der Bilanz sähe, „ dass die Musikbranche erfolgreich gelernt hat, digital zu agieren". Denn es seien die Streamingzuwächse, "die den Umsatz treiben". Physische und digitale Fomate schlössen sich aber nicht gegenseitig aus, sondern würden einander ergänzen.

Das zeigt sich auch ganz deutlich an den Umsatzzahlen von CDs. Die CD sorgt trotz eines Umsatzrückgangs von 4,2 Prozent nach wie vor für den Großteil des Geschäfts. Ihr Umsatzanteil lag 2015 noch bei 60,8 Prozent, die Verkäufe gehen aber stetig zurück.

Gorny wies auch darauf hin, dass der Anteil an heimischen Produktionen im Jahr 2015 nochmals zugenommen hat. 2015 seien acht der Top 10-Alben in den Offiziellen Deutschen Jahrescharts deutschsprachig gewesen. Den Trend gebe es seit einigen Jahren, aber das sei ein neuer Rekord, der sich auch in den Umsätzen widerspiegele, unterstrich er.

In Deutschland stieg der Umsatz im vergangenen Jahr erstmals seit 2009 wieder über die Marke von 1,5 Milliarden Euro. Zur Jahrhundertwende war das Geschäft aber noch über eine Milliarde Euro größer. Für den deutschen Musikmarkt ist es das dritte Wachstumsjahr in Folge. Dabei nimmt das Tempo zu: 2013 gab es das erste Plus nach 15 Jahren mit schmalen 1,2 Prozent, im Jahr darauf waren es 1,8 Prozent.

In der Prognose bis zum Jahr 2020 gewinnt Streaming kontinuierlich hinzu.

(Bild: BVMI)

Die Branche, deren Geschäft hart von der Verbreitung digitaler Kopien über das Internet getroffen wurde, hofft auf ein dauerhaftes Wachstum durch Streaming-Dienste. Zum Jahr 2020 wird ein Wachstum auf Umsätze von rund 1,7 Milliarden Euro prognostiziert, vor allem dank zunehmender Streaming-Nutzung.

Laut Bericht geht auch die Renaissance der Schallplatte als Nischenangebot weiter: Vinyl wuchs mit einem Plus von 30,7 Prozent zwar nicht ganz so stark wie in der Hochrechnung angenommen, macht aber nun 3,2 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Im Vorjahr brachte die Schallplatte noch 2,6 Prozent der Branchenerlöse ein, für 2015 hatte der BVMI ursprünglich einen Zuwachs auf 3,3 Prozent errechnet. (mit Material der dpa) / (kbe)

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