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Musikstreaming-Dienst Spotify borgt sich eine Milliarde Dollar

Spotify borgt sich eine Milliarde US-Dollar. Die Bedingungen haben es in sich. Das Unternehmen muss schnell an die Börse, und dann könnten die Mitarbeiter das Nachsehen haben.

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Geigenkasten mit Violine und vielen Münzen

Spotify und seine Investoren hoffen, mit Musikstreaming reich zu werden.

(Bild: Michael Coghlan CC-BY-SA 2.0)

Spotify hat sich eine Milliarde US-Dollar von Investoren geborgt. Es handelt sich um eine Wandelanleihe mit gesalzenen Bedingungen. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Demnach beträgt der Zinsfuß zu Beginn fünf Prozent p.a., steigt aber alle sechs Monate um einen Prozentpunkt, bis Spotify an die Börse geht oder zehn Prozent p.a. erreicht sind. Die Zinsen muss Spotify nicht auszahlen; vielmehr werden sie auf den Schuldenberg aufgeschlagen.

Die New York and Erie Railroad soll 1843 die erste Wandelanleihe in den USA begeben haben.

Wenn Spotify an die Börse geht, dürfen die Investoren ihre Forderungen in Spotify-Aktien umtauschen. Dabei erhalten sie einen Rabatt von zwanzig Prozent auf den Ausgabepreis der Aktien. Sollte allerdings der Börsengang (IPO) nicht binnen Jahresfrist erfolgen, erhöht sich der Rabatt alle sechs Monate um 2,5 Prozentpunkte. Sollte der IPO in zwei Jahren erfolgen, würden die Investoren also durch Zinsen und Rabatt um zirka die Hälfte mehr Aktien bekommen, als wenn sie dann normal kauften.

Nach dem IPO dürfen sie ihre Aktien bereits nach 90 Tagen wieder abstoßen. Mitarbeiter und andere bestehende Aktionäre sind indes an eine Haltefrist von 180 Tagen gebunden. Sollten die Kreditgeber ihre Aktien tatsächlich vor den Mitarbeitern verkaufen, könnte das zu einem Kursrutsch führen, der verkaufswilligen Spotify-Mitarbeitern zum Nachteil gereichen würde.

Mehr Infos

Eingefädelt wurde die Wandelschuldverschreibung laut WSJ von Goldman Sachs. Naheliegend ist, dass Spotify das Geld für weitere Übernahmen einsetzen möchte. Da wäre Pandora ein möglicher Kandidat. Aus dem Verkauf eigener Aktien soll Spotify noch mehr als eine halbe Milliarde Dollar vorrätig haben. Für die Abdeckung der Verluste, die sich 2014 auf 197 Millionen US-Dollar belaufen haben, müsste das noch einige Zeit reichen. (ds)

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