Musk trotzt Verbot, eröffnet Tesla-Stammwerk

In Fremont werden wieder Teslas gebaut, obwohl das wegen Corona-Infektionsgefahr verboten ist. Tesla-Chef Elon Musk zeigt sich bereit, verhaftet zu werden.

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Fabrikhalle mit Aufschrift "Tesla", davor eine Autobahn

Das Tesla-Stammwerk in Fremont, Alameda County, Kalifornien in einer Archivaufnahme

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

"Telsa nimmt heute die Produktion entgegen der Regeln des Alameda County wieder auf", twitterte Tesla-Chef Elon Musk am Montag, "Ich werde mit allen anderen an der (Produktionslinie) sein. Wenn irgendwer verhaftet wird, dann bitte ich." Der Milliardär setzt sich also bewusst über die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hinweg. Teslas Stammwerk steht in Fremont im Alameda County.

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Am Wochenende hat Tesla das Alameda County verklagt und unter anderem eine Einstweilige Verfügung gegen die Ausgangsbeschränkungen beantragt (Tesla v. Alameda County, Az. 4:20-cv-03186, Bundesbezirksgericht für das Nördliche Kalifornien). Zudem hat Musk angekündigt, den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers von Kalifornien zum Beispiel nach Texas oder Nevada zu verlegen.

Während die Produktion in dem neuen zweiten Werk in China erst am Anfang steht, hat Tesla in Fremont die meisten Fahrzeuge gebaut – bis das aufgrund des Coronavirus verboten wurde. Zunächst hatte Musk weiterproduzieren lassen, dann am Tesla-Stammwerk aber doch die Fertigung eingestellt. Nun legt er wieder los, bevor es legal ist

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte kurz vor Musks Tweet eine Wiederaufnahme der Produktion möglicherweise in der kommenden Woche in Aussicht gestellt. Das Gesundheitsamt des Alameda County versuchte, die Wogen zu glätten. Man gehe davon aus, dass Tesla im Laufe des Tages den rechtlichen Bestimmungen entsprechend einen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Produktion vorlegen werde und man sich über Ablauf und Zeitplan einigen könne. Örtlichen Medien war bereits vor der Ankündigung der volle Parkplatz des Tesla-Werks aufgefallen.

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Musk hat die Coronavirus-Gefahr von Anfang an heruntergespielt. Vergangene Woche stellte Musk die Maßnahmen der Coronakrise als Faschismus dar. Zuvor hatte er vergeblich versucht, seine Fabrik als besonders unentbehrlich anerkennen zu lassen, um sie auch während der Pandemie offenlassen zu können. Zudem behauptet der Mann nun, die örtlichen Behörden hätten die Wiedereröffnungspläne des Bundesstaates Kalifornien widerrechtlich blockiert.

(ds)