Mutanten auf dem Acker: US-Lobby will Gentechnik in der Landwirtschaft vorantreiben

Unter Donald Trump soll es zu einer weitgehenden Freigabe neuer biologischer Methoden in bäuerlichen Betrieben kommen – wenn es nach Start-ups und Pharmafirmen geht.

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US-Lobby will Gentechnik in der Landwirtschaft vorantreiben

Eine Kuh ohne Hörner.

(Bild: Hannah Walker Smith / Cornell Alliance for Science)

Von
  • Ben Schwan

Schweine ohne Schwänze, Kühe ohne Hörner – und noch ganz andere industriell interessante landwirtschaftliche Erzeugnisse: Mit Hilfe der Geneditierung sollen in den kommenden Jahren massenhaft neuartige Tierarten auf den Markt kommen, zumindest in den USA. Derzeit blockiert allerdings das aktuelle Rekulierungsregime Pharma- und Gentechfirmen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe ("Mutanten auf dem Acker"). Dort hofft man nun auf die Regierung unter dem neuen US-Präsidenten Donald J. Trump.

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Seine wirtschaftsfreundliche Seite hat dessen Team bereits demonstriert. So ist geplant, das Anti-Luftverschmutzungs-Paket Clean Power Plan zu kassieren oder das Pariser Klimaabkommen zu verlassen. Die Netzneutralität hat man bereits abgeschafft, was die Kabelkonzerne lange gefordert hatten. "Unter Trump gibt es diese eine kleine Chance, Veränderungen zu erhalten. Das kann breiten Einfluss haben", sagt Cassie Edgar von der Biotech-Anwaltskanzlei McKee, Voorhees & Sease. die BIO berät. Tammy Lee Stanoch, die im August 2017 Chefin von Recombinetics wurde, sagt, sie habe häufig mit dem Weißen Haus kommuniziert.

Direkte Ankündigungen der Trump-Regierung gibt es bislang allerdings noch nicht. Doch es gibt Aussagen, die wie Musik in den Ohren der Gentechbranche klingen. In einer Rede in Nashville, Tennessee, im vergangenen Januar sagte Trump, die Regulierungsbehörden seien "unbarmherzige Gegner" der Bauern und seine Regierung werde versuchen, die Anforderungen so zurechtzustutzen, dass moderne Biotechnologie nicht mehr blockiert werde und die Farmer innovativ sein und wachsen könnten.

Einen Monat später bohrten Abgeordnete des US-Kongresses, die zuvor vom Lobbyverband BIO gebrieft worden waren, beim Chef des US-Landwirtschaftsministeriums, Sonny Perdue, nach und wollten wissen, ob eine "regulatorische Übergabe" an dieses möglich sei. "Wir würden diese Verantwortung liebend gerne übernehmen", antwortete er. Aktuell ist für Gentech-Tiere nämlich die strengere Food and Drug Administration (USFDA) zuständig.

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(bsc)