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"My Friend Cayla": Verbraucherschützer warnen vor Spielzeug-Puppen mit Internetanbindung

Europäische Verbraucherschützer warnen vor "My Friend Carla" und "i-Que". Die Spielzeuge mit Internetverbindungen könnten Datenlecks aufweisen.

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"My Friend Cayla": Verbraucherschützer warnen vor Spielzeug-Puppen mit Internetanbindung

(Bild: myfriendcayla.de)

Verbraucherschützer warnen vor möglichen Datenlecks in Kinderspielzeug mit Internetverbindung. Über die Puppe "My Friend Cayla" und den Roboter "i-Que" könnten Dritte sich ohne allzu großen Aufwand mit Kindern unterhalten, erklärte der europäische Verbraucherverband Beuc.

Die Kritiker stützen sich dabei auf eine Untersuchung des norwegischen Verbraucherverbands. Beuc und Verbände in mehreren EU-Staaten wollen sich deshalb beschweren. Die Firma "Vivid" mit Sitz in Nauheim (Kreis Groß-Gerau) äußerte sich auf Anfrage der dpa zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Der Roboter i-Que

Wenn zum Beispiel "Cayla" online ist, können Kinder der Puppe Fragen stellen. Eine spezielle App wandelt die Sprache in Text um, sucht eine Antwort im Internet und lässt die Puppe antworten. Als mögliche Fragen nennt "Vivid", das die Figur in Deutschland vertreibt, "Soll ich mir die Nägel lackieren?" oder "Wo ist der Eiffelturm?". Dabei offenbare Cayla eine Affinität zu Produkten des Disney-Konzerns. Die Datenschützer sprechen hier von "verdecktem Marketing".

Zudem seien die Nutzungsbedingungen nach europäischem Recht nicht legal. Die persönlichen Daten könnten demnach für gezielte Werbung verwendet und an Dritte weitergereicht werden. Die US-Firma Nuance Communication, die auf Spracherkennung spezialisiert ist und an die die aufgezeichneten Kindergespräche geschickt werden, behält sich ebenfalls das Recht vor, die Daten an Dritte weiterzuschicken.

Der Datenschutz im Kinderzimmer war voriges Jahr bereits Thema, als Mattel eine "WLAN-Barbie" angekündigt hatte. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Puppe, die die mit ihrem Besitzer spricht und dessen Gespräche aufzeichnet, um passende Antworten zu generieren. Im Laufe des Jahres wurde die von Datenschutzaktivisten so genannte Abhör-Barbie geknackt. (mit Material der dpa) / (anw)

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