MySpace wird zum Musikladen

Das Community-Portal will den Millionen Musikern unter seinen Mitgliedern eine Möglichkeit bieten, ihre Songs zu verkaufen. Dahinter steckt Technik von Snocap, der neuen Firma von Shawn "Napster" Fanning.

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Von
  • Volker Briegleb

Das von der News Corporation übernommene Community-Portal MySpace plant offenbar, unter die Musikhändler zu gehen. Wie US-Medien berichten, will MySpace "einer der größten digitalen Musikshops" werden. "Definitiv jeder, mit dem wir gesprochen haben, wünscht sich eine Alternative zu iTunes", sagte Mitgründer Chris DeWolfe der New York Times, "MySpace könnte diese Alternative sein."

Steve Jobs wird aufmerksam zugehört haben. Denn MySpace kann aus dem Vollen schöpfen. Unter den 106 Millionen Mitgliedern sind bereits zahlreiche Musiker, die ihre Musik zum Download anbieten. Nach Unternehmensangaben sind es fast drei Millionen Bands, die ihre Musik auf Myspace vorstellen. Die Rechte an der Musik liegen dabei in der Regel noch bei den Künstlern selbst, da sie noch keinen Vertrag mit einem Label haben. Diesen Musikern will MySpace bis Ende des Jahres eine Möglichkeit geben, ihre Musik auch direkt über das Portal zu verkaufen. Die Bands sollen frei entscheiden können, wieviel sie für ihre Musik nehmen wollen, MySpace berechnet im Gegenzug eine Vetriebsgebühr.

Dafür testet MySpace derzeit die Software von Snocap. Das Unternehmen wurde von Napster-Erfinder Shawn Fanning gegründet und bietet Künstlern die Möglichkeit, Inhalte kostenpflichtig über P2P-Netze zu vetreiben. Trotz einiger Vereinbarungen mit der Musikindustrie kommt die Snocap-Technik bisher noch nicht zum Einsatz. Neben MySpace steckt Snocap auch hinter dem P2P-Portal Mashboxx, das ebenfalls bis Ende des Jahres starten soll. (vbr)