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Myspace entlässt die Hälfte der Mitarbeiter [Update]

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Rupert Murdoch räumt bei Myspace auf. Wie erwartet entlässt das soziale Netzwerk rund 500 Mitarbeiter und damit fast die Hälfte der Belegschaft. CEO Mike Jones machte die einschneidenden Maßnahmen am Dienstag offiziell und bestätigte damit Medienberichte vom Vortag. Davon sind auch die internationalen Aktivitäten des Unternehmens betroffen, die weitgehend zurückgefahren werden.

In Berlin beschäftigt das Unternehmen etwa 30 Mitarbeiter, sowie jeweils rund 50 in London und Sydney. Außerhalb der USA setzt Myspace künftig auf Kooperationen – in Großbritannien etwa mit der dortigen Niederlassung von Fox Networks – und nur ein kleines Kernteam zur Betreuung der Partnerschaften erhalten. Die genauen Pläne für die Zukunft der Büros in Deutschland und Australien würden derzeit noch abgestimmt, erklärte Jones in einer Mitteilung. [Update: Laut dpa wird die für Myspace Deutschland zuständige deutsche Tochtergesellschaft Fox Interactive Media Germany GmbH zu Ende Februar geschlossen.]

Die "harten aber notwendigen" Maßnahmen sollen Myspace wieder klar auf Kurs Richtung Wachstum und Profitabilität bringen, erläuterte Jones. Von den Entlassungen seien alle Bereiche und Regionen betroffen. Dabei baut Myspace offenbar jene Bereiche ab, die im Zuge der jüngsten Neuausrichtung des Portals überflüssig geworden sind. Mit der neuen Struktur werde das Unternehmen beweglicher und könne neue Produkte schneller entwickeln, ließ der CEO weiter verlauten.

MySpace war im Jahr 2003 gestartet und hatte sich zwischenzeitlich zum größten Online-Netzwerk der Welt aufgeschwungen. 2005 hatte Medienmogul Rupert Murdoch das Unternehmen mit seiner News Corporation für aufsehenerregende 580 Millionen US-Dollar übernommen. Doch blieb die Investition hinter den Erwartungen zurück. Zwar hat das Netzwerk – nach eigenen Angaben – inzwischen rund 100 Millionen Teilnehmer. Doch Konkurrent Facebook ist mit über einer halben Milliarde Nutzern längst enteilt – und Myspace trübt die Bilanz seiner Konzernmutter.

Daran änderten auch tiefe Einschnitte nichts, die im Jahr 2009 bereits einem Drittel der damals rund 1400 Mitarbeiter den Arbeitsplatz kosteten. Mit einem neuen Mann an der Spitze wollte sich das Netzwerk im vergangenen Jahr neu aufstellen und kündigte einen Neustart an, mit dem Myspace als Plattform für Musik, Video und Spiele positioniert werden sollte. Beobachter meinen, mit der jüngsten Massenentlassung solle das renovierte Netzwerk endgültig für den Verkauf herausgeputzt werden. (vbr)

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