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NAB: Apple stellt Final Cut Studio 2 vor

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Apple setzt zum Auftakt der Multimedia-Messe NAB in Las Vegas den ersten Paukenschlag: Professionelle Videobearbeitung verliert den Nimbus der Exklusivität. Aus buchstäblich hunderten verbesserten Editierfunktionen in der neuen Videobearbeitungs-Suite Final Cut Studio 2 ragen die neue Farbkorrektur-Software Color, der Encoder Compressor 3 und die Unterstützung gemischter Datenformate heraus.

In seiner zweistündigen Vorführung am Vortag der Messe vor gut 1000 Interessierten wollte Apple deutlich machen, dass professionelle Videobearbeitung unkompliziert und erschwinglich sein könne – ohne sich dabei auf Videomaterial aus "Amateur-Cameras" zu beschränken. Final Cut Studio 2 umfasst den neuen Video-Editor Final Cut Pro, der mit Apples Videodatenformat Prores 422 Filme im umkomprimierter HD-Qualität verlustfrei auf die Dateigröße von Standardauflösungen komprimiert. Ohne Umkodierung können im Editiermodus praktisch alle gängigen Videoformate und Frame-Raten miteinander kombiniert und übergangslos zu einer Sequenz assembliert werden. Ein HD-File von einem Terabyte wird dabei beispielsweise auf 170 GByte komprimiert.

Das Sound-Tool Soundtrack Pro 2 sorgt neben zahlreichen Werkzeugen zum Editieren auf mehreren Tonspuren gleich für die Synchronisierung von Ton und Bild. Neu in der Suite ist das Programm Color zur professionellen Farbkorrektur und -nachbearbeitung. Die Software hat Apple unter dem Namen "Final Touch" im Vorjahr durch den Kauf der Firma Silicon Colour erworben. Jetzt ist sie ohne weitere Lizenzgebühr in das Profi-Paket integriert.

Das Encoding-Werkzeug Compressor 3 liefert nun außer den Standardformaten MPEG-4 AVC (H.264) und MPEG-2 auch Formate für DVDs und Mobilfunkanwendungen sowie für Apples iPod und Apple TV. Dynamische Filter unterstützen beim Pre-Processing automatisch Effekte wie Überlagerungen, Überblendugen und animierte Wasserzeichen aus Kinoproduktionen.

Final Cut Studio 2 kommt im Mai für rund 1300 Euro auf den Markt. Benutzer der Vorversion können für 500 Euro upgraden. Mit der Server-Applikation Final Cut Server führen die Kalifornier darüber hinaus eine Software für Datenmanagement und Workflow-Automation ein, die typische Arbeitsabläufe ganzer Teams in der TV- und Filmproduktion unterstützt. Das Programm katalogisiert und verwaltet Videoprodukte mit Zugangs- und Nutzerrechten. Thumbnails sowie Metadaten in XML-, XMP- und IPTC-Formaten werden automatisch erstellt. Zum Betrachten, Freigeben und Weiterleiten von Videoprodukten in einem Netzwerk können auch Programme aus Windows- und anderen Plattformen genutzt werden. Die Server-Version für zehn simultane Anwender ist ab kommenden Sommer für rund 1000 Euro zu haben, für unbegrenzte Nutzerzahl kostet die Lizenz 2000 Euro. (Erich Bonnert) / (anw)