NAND-Flash-Markt soll 2005 um 65 Prozent gewachsen sein

Die Umsätze mit den beispielsweise in MP3-Playern, PDAs und Handys eingebauten, nichtflüchtigen Speicher-Chips haben im vergangenen Jahr dramatisch zugelegt, meinen Marktforscher.

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Von
  • Christof Windeck

Nach Einschätzung von Marktforschern der US-Firma iSuppli ist der weltweite Umsatz mit den nichtflüchtigen Standard-Speicherchips vom Typ NAND-Flash im vergangenen Jahr um 64,8 Prozent auf 10,86 Milliarden US-Dollar gewachsen.

Marktführer ist nach wie vor Samsung Electronics: Der koreanische Riesenkonzern sicherte sich nach den iSuppli-Zahlen mit rund 5,74  Milliarden US-Dollar einen Marktanteil von 52,9 Prozent. Beim Konkurrenten Hynix – ebenfalls mit Sitz in Südkorea – legte der Umsatz um mehr als 500 Prozent auf 1,38 Milliarden US-Dollar zu, was einem Marktanteil von 12,7 Prozent und dem dritten Rang unter den großen NAND-Flash-Herstellern entspricht. Koreanische Firmen dominieren also mit zusammen 65,6 Prozent Anteil den NAND-Flash-Markt, bei DRAM hielten die beiden 2005 (ebenfalls nach neuesten iSuppli-Zahlen) zusammen 46,7 Prozent Anteil.

Zwischen Samsung und Hynix ist die japanische Firma Toshiba – Kooperationspartner der seit Jahren auf Flash-Chips spezialisierten Firma SanDisk – zweitgrößter NAND-Flash-Hersteller (2,38 Milliarden US-Dollar/21,9 Prozent), hinter Hynix steht die ebenfalls in Japan ansässige Firma Renesas auf Rang 4, mit allerdings deutlich geringerem Marktanteil (735 Millionen US-Dollar/6,8 Prozent). Diese vier größten Hersteller aus Asien bedienen 94,3 Prozent des weltweiten NAND-Flash-Marktes – Micron (238 Millionen US-Dollar/2,2 Prozent), ST Microelectronics (215 Millionen US-Dollar/2,0 Prozent) und Infineon (165 Millionen US-Dollar/1,5 Prozent) teilen sich die restlichen 5,7 Prozent. Andere NAND-Flash-Hersteller mit messbarem Marktanteil gibt es laut iSuppli nicht.

Die Firmen Hynix, Micron, ST und Infineon sind erst spät ins NAND-Geschäft eingestiegen, indem sie Teile ihrer DRAM-Produktionsanlagen wegen des extremen Preisverfalls für die NAND-Flash-Chip-Fertigung nutzen. Hynix und ST sind dabei seit 2003 Kooperationspartner und bauen in China seit April 2005 im Rahmen eines Jointventures (Hynix-Anteil 66 Prozent) eine etwa 2 Milliarden US-Dollar teure DRAM/NAND-Fertigungsanlage mit einer Kapazität von bis zu 17.000 300-mm-Wafern monatlich auf. Micron kooperiert mit Intel, Infineon nutzt Know-how von Saifun.

Die vier Newcomer im NAND-Flash-Markt wachsen extrem schnell, was vor allem die Marktanteile der beiden japanischen Hersteller drückt, weniger auch den von Samsung. Durch den schnellen Kapazitätsaufbau könnte die Konzentration im NAND-Flash-Markt noch extremere Formen annehmen als im DRAM-Markt, was auf Dauer die Geschwindigkeit des Preisverfalls mindern dürfte.

Mit 10,86 Milliarden US-Dollar erreicht das Volumen des NAND-Flash-Marktes schon rund 43 Prozent des DRAM-Marktes (rund 25 Milliarden US-Dollar), der gesamte Absatz von Halbleiterbausteinen soll 2005 bei 227,5 Milliarden US-Dollar gelegen haben. Zum Vergleich: Die Umsätze von AMD und Intel mit Mikroprozessoren lagen nach Angaben dieser Firmen 2005 insgesamt bei etwa 32 Milliarden US-Dollar, der Umsatz mit Chipsätzen für PCs, Notebooks und x86-Server dürfte 2005 zwischen 11 und 13 Milliarden US-Dollar gelegen haben (Intel alleine hat damit 8,15 Milliarden US-Dollar eingenommen). (ciw)