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NASA: Gerettetes Weltraumteleskop Kepler findet wieder Exoplaneten

Es hatte so ausgesehen, als wäre die erfolgreiche Mission des NASA-Teleskops Kepler wegen eines Defekts am Ende, doch dann fanden Ingenieure einen Trick, um es weiter zu betreiben. Das hat geklappt: Kepler findet wieder Exoplaneten.

NASA: Gerettetes Weltraumteleskop Kepler findet wieder Exoplaneten

Künstlerische Darstellung der Mission K2 von Kepler

(Bild: NASA Ames/JPL-Caltech/T Pyle)

Das eigentlich schon kaputt geglaubte Weltraumteleskop Kepler findet nach seiner trickreichen Rettung wieder Exoplaneten. Wie die NASA nun mitteilte, wurde in Daten, die bei einem Test der neuen Vorgehensweise im Februar 2014 gesammelt wurden, der Exoplanet HIP 116454b gefunden. Das gelang demnach Andrew Vanderburg vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge anhand öffentlich verfügbarer Daten. Der gefundene Exoplanet ist demnach 180 Lichtjahre von uns entfernt, zweieinhalb Mal so groß wie die Erde und umkreist seinen Stern in neun Tagen. Deswegen sei er zu heiß für erdähnliches Leben. Inzwischen ist er durch Messungen am Spektrografen HARPS-N auf La Palma bestätigt worden. Offiziell sammelt Kepler seit Mai 2014 wieder Daten, die nun ausgewertet würden.

Eine Erklärung der Prozedur zur Wiederinbetriebnahme von Kepler

Keplers ursprüngliche Mission war eigentlich im August 2013 für beendet erklärt worden, nachdem zwei der vier sogenannten Reaktionsräder ausgefallen war. Die sind dafür da, die Sonde gegen den kontinuierlichen Druck der Sonnenphotonen in Position zu halten. Zwei reichen dafür eigentlich nicht aus. Doch Ingenieure bei der NASA waren auf eine trickreiche Lösung gekommen. Die Sonde wird nun so ausgerichtet, dass die Photonen einen gleichmäßigen Druck auf sie ausüben. Gegen diesen Widerstand arbeiten die beiden verbleibenden Reaktionsräder und halten die Sonde so in der nötigen Position, um hochpräzise nach Exoplaneten zu forschen.

Das Weltraumteleskop befindet sich seit 2009 an seiner Position und beobachtete zuerst einen festen Ausschnitt des Sternenhimmels im Sternbild Schwan. Dazu wird wiederholt die Helligkeit von rund 150.000 Sternen gemessen, um Planeten zu entdecken, die sich zwischen das Teleskop und den Stern schieben. Die Forscher sortieren dann die "transitähnlichen Signale" aus, die bekanntermaßen nicht durch einen Exoplaneten ausgelöst werden. Wird ein Transit noch zwei Mal beobachtet, dann erhält der zugehörige Exoplanet den Kandidatenstatus, muss aber durch andere Messungen endgültig bestätigt werden. In der aktuellen Mission wechselt Kepler regelmäßig die beobachtete Himmelsregion.

(mho)

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