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NASA: Komet ISON aus dem Orbit des Mars fotografiert

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Die Fotos des High Resolution Imaging Science Experiments (HiRISE).

(Bild: NASA/JPL/University of Arizona )

Der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) der NASA hat mit seiner Kamera HiRISE den Kometen ISON (C/2012 S1) auf seinem Weg Richtung Sonne fotografiert. Die Aufnahmen zeigen lediglich einen unscharfen weißen Fleck und sind damit deutlich schlechter als bereits veröffentlichte Fotos des Weltraumteleskops Hubble. Aber sie zeigen den Kometen wenige Wochen, bevor er auch von der Erde mit bloßem Auge zu sehen sein wird. Gegenwärtig ist ISON noch rund 240 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Aber am 28. November wird er sich unserem Zentralgestirn auf bis zu 1,2 Millionen Kilometer nähern.

Bereits vor einigen Tagen hatte die ESA mitgeteilt, wie sich auch die Europäer auf den "eisigen Besucher" vorbereiten. Gegenwärtig wird er etwa von der Sonde Mars Express beobachtet und auch SOHO, Venus Express sowie Proba 2 sollen ISON auf seinem Weg untersuchen. Da die Sonden aber überhaupt nicht für diese Art von Beobachtungen ausgelegt sind, sei noch nicht klar, was zu erwarten ist. So geben sich die NASA-Mitarbeiter von ihren Fotos bereits enttäuscht und bezeichnen sie als "visuell nicht sehr befriedigend".

ISON vor einem Hintergrund aus Galaxien

(Bild: NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA))

Entdeckt wurde der Komet am 21. September 2012 von den Astronomen Witali Newski und Artjom Nowitschonok mit einem 40-Zentimeter-Teleskop des International Scientific Optical Network (ISON). Dieses Netzwerk von Observatorien wird von einem Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften geleitet und stand Pate bei der Namensgebung von C/2012 S1. Bevor ISON danach vorübergehend vom Licht der Sonne blockiert wurde, machte Hubble die wohl bislang schönste Aufnahme. Im August wurde der Komet dann vom Hobbyastronomen Bruce Gary wiedergefunden.

Während sich ISON, der ursprünglich aus der Oortschen Wolke stammt, nun weiter der Sonne nähert, wird deren Strahlung seine eisige Oberfläche erhitzen, bis schließlich ein Schweif entsteht. Der ESA zufolge ist noch nicht klar, ob ISON die große Annäherung an die Sonne am Ende überstehen oder dabei auseinander brechen wird. Er oder das was danach von ihm übrig geblieben ist, werde der Erde am 26. Dezember am nächsten kommen. Es bestehe jedoch keine Einschlagsgefahr. Europas Weltraumagentur hat bereits erklärt, dass man sich über jede Aufnahme des Kometen freuen würde und außerdem setzt sich eine Kampagne dafür ein, dass die NASA so viele Aufnahmen des Kometen macht, wie möglich.

(mho)

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