NASA-Mathematikerin von spätem Ruhm: Katherine Johnson ist gestorben

Ihre Berechnungen waren eine Grundlage des frühen US-Raumfahrtprogramms, aber in der Öffentlichkeit war sie lange unbekannt. Die Anerkennung folgte spät.

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Katherine Johnson im Jahr 1962

(Bild: NASA)

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Die NASA-Mathematikerin Katherine Johnson ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Das teilte die US-Weltraumagentur mit, NASA-Chef Jim Bridenstine erklärte: "Unsere NASA-Familie hat mit Trauer die Nachricht vernommen, dass Katherine Johnson gestorben ist." "Sie war eine amerikanische Heldin und das Erbe ihrer Vorreiterrolle wird nie vergessen werden", ergänzte er. Johnson hatte 1953 für einen Vorläufer der Weltraumagentur zu arbeiten begonnen und gehörte zu einer kleinen Gruppe afroamerikanischer Frauen, die komplizierteste Berechnungen für Raumfahrt-Missionen weitgehend ohne Hilfsmittel durchführte.

Für ihre Arbeit – die damals unter den diskriminierenden Bedingungen der Rassentrennung erfolgte – erhielten die Frauen öffentlich keinerlei Anerkennung. Intern sah das aber anders aus. Obwohl die NASA schließlich auch Computer zur Berechnung der komplexen Manöver einsetzte, vertrauten die Raumfahrtpioniere der Arbeit der menschlichen "Computer" mehr. John Glenn, der als erster Amerikaner die Erde im Orbit umkreiste, hatte vor seinem historischen Flug die Ingenieure beauftragt, "das Mädchen zu holen", erzählte sie später. Er wollte, dass sie die Daten per Hand nachrechnete: "Wenn sie sagt, sie sind gut, dann bin ich bereit, zu fliegen."

Johnson mit ihrer Presidential Medal of Freedom

(Bild: NASA)

Johnson arbeitete später noch an dem Apollo-Programm, das die ersten Menschen auf den Mond brachte sowie für die Space Shuttle und die Landsat-Missionen. Nach 33 Jahren bei der NASA, ging sie 1986 in den Ruhestand, erklärt die US-Weltraumagentur. Ihr wichtiger Beitrag für das US-Raumfahrtprogramm wurde der Öffentlichkeit erst durch ein Buch und den darauf basierenden Hollywood-Film "Hidden Figures" bekannt. 2015 erhielt sie im Alter von 97 Jahren vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama mit der Presidential Medal of Freedom die höchste zivile Ehrung der Vereinigten Staaten. Sie ist nun am 24. Februar verstorben. (mho)