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NASA: Mysteriös zerfallender Asteroid beobachtet

Mit dem Weltraumteleskop Hubble wurden in den vergangenen Monaten die Trümmer eines Asteroiden beobachtet. Die naheliegendsten Erklärungen für dessen Zerfall haben die Wissenschaftler ausgeschlossen.

Was von P/2013 R3 übrig blieb.

(Bild: NASA, ESA, and D. Jewitt (University of California, Los Angeles))

Die NASA hat zum ersten Mal einen Asteroiden beobachtet, der in bis zu zehn kleinere Teile zerfallen ist. Der Himmelskörper mit der Bezeichnung P/2013 R3 war Mitte September 2013 mit dem W. M. Keck Observatory auf Hawaii entdeckt worden. Weil es sich dabei um ein ungewöhnlich verschwommen aussehendes Objekt handelte, haben die Forscher dann das Weltraumteleskop Hubble darauf gerichtet. Das habe die Trümmer abgelichtet, in die der Asteroid offenbar ohne eine Kollision mit einem anderen Himmelskörpers zerfallen ist.

Hubble habe entdeckt, dass man es in Wahrheit mit zehn Objekten zu tun habe, die vier größten davon mit einem Durchmesser von bis 400 Yards (365 Meter). Die Analysen zeigen demnach, dass sich die Einzelteile mit einer Geschwindigkeit von ungefähr einer Meile pro Stunde (1,6 km/h) voneinander entfernen. Das heiße, dass der Zerfall Anfang 2013 begonnen hat. Zusammen wiegen die Trümmer etwa 200.000 Tonnen und dürften letztlich zu Meteoriten werden, schreibt die NASA. Die meisten werden wohl in die Sonne stürzen, einige könnten auf der Erde aber irgendwann auch als Sternschnuppen zu bewundern sein.

Die NASA erläutert auch, wie die naheliegendsten Erklärungen ausgeschlossen wurden. So sei es unwahrscheinlich, dass der Asteroid durch eine Kollision mit einem anderen Asteroiden zerstört würde. Die müsste viel plötzlicher und heftiger sein als das, was die Beobachtungen nahelegen. Außerdem würden sich die Trümmer danach deutlich schneller bewegen. Andererseits würde man auch erkennen können, wenn einfach gefrorenes Eis durch die Sonne geschmolzen und der Asteroid dadurch zerfallen wäre.

Das lasse den Schluss zu, dass P/2013 R3 durch den feinen Einfluss des Sonnenlichts zerbrochen sei. Das sorge für eine sehr langsame Beschleunigung der Eigendrehung, die letztlich die Teile auseinander drücke. Solch ein Szenario sei schon seit Jahren diskutiert, aber bislang nie beobachtet worden. Dafür müsste P/2013 R3 bereits vorher im Innern brüchig gewesen sein, wofür mehrere nicht-zerstörerische Kollisionen verantwortlich sein könnten. Insgesamt seien die nun erforschten Asteroidenreste ein Hinweis dafür, dass das Sonnenlicht die primäre Kraft bei der Zerstörung von Asteroiden sein könnte, die weniger als 1,6 Kilometer messen. (mho)

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