NASA-Regularien: Zweifel an Sicherheit der Raumkapseln von SpaceX und Boeing

Eigentlich wollen Boeing und SpaceX 2018 mit bemannten Testflügen ihrer Raumkapseln beginnen. Wichtige Berater der NASA haben einem Bericht zufolge aber erhebliche Zweifel daran, dass die Raumschiffe die Sicherheitsanforderungen erfüllen.

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Mit dieser Kapsel will SpaceX Astronauten ins All schicken.

(Bild: SpaceX)

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Die neuen Raumkapseln von SpaceX und Boeing werden möglicherweise die hohen Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen, die die NASA nach den Explosionen zweier Space Shuttle in den Jahren 1986 und 2003 festgelegt hat. Das berichtet das Wall Street Journal und beruft sich auf unabhängige Experten eines NASA-Beratungsgremiums, das die US-Weltraumagentur seit Monaten warne. Demnach sehe es danach aus, dass weder Boeings Starliner noch die Dragon-Kapsel von SpaceX diese Anforderungen ohne zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen erfüllen werden. Wenn sich der Zeitplan dadurch weiter verzögere, wäre die NASA noch länger auf russische Raketen für bemannte Flüge zur ISS angewiesen.

Wie die Zeitung erklärt, hatte die NASA höhere Anforderungen festgeschrieben, um künftig Unglücke wie das des Space Shuttles Challenger zu verhindern. So sei festgeschrieben, dass sich ein möglicher tödlicher Unfall statistisch nur höchstens alle 270 Flüge ereignen dürfe. Das wäre immerhin vier mal sicherer als die Space Shuttles. Zu den möglichen Gefahrenquellen bei bemannten Raumflügen gehören nicht nur die Starts und Landungen, sondern auch die Zeit im All, wegen der vielen kleinen und kleinsten Partikel, die auf Raumschiffe einprasseln. Boeing habe deswegen zusätzlichen Kevlar-Schutz installiert, SpaceX habe andere – ungenannte – Vorkehrungen getroffen. Wahrscheinlich werde die US-Weltraumagentur Analysen im Weltraum anordnen, um die Einhaltung der Anforderungen zu überprüfen. Eigentlich wollten beide Unternehmen 2018 mit den bemannten Flügen beginnen.

Die Dragon V2 von SpaceX (13 Bilder)

Vorstellung der Kapsel Dragon V2 für bemannte Raumflüge im Mai 2014
(Bild: SpaceX)

Im Herbst 2014 hatte die NASA angekündigt, ab 2017 nicht mehr auf russische Raketen angewiesen sein zu wollen, um Astronauten zur Internationalen Raumstation zu bringen. Zu diesem Zweck waren die Aufträge an Boeing und SpaceX erteilt worden, Raumschiffe zu konstruieren, die den Space Shuttles nachfolgen sollen. Bislang hat die NASA dafür rund 4 Milliarden US-Dollar bewilligt, schreibt nun das Wall Street Journal. Beide Systeme sind aber noch immer nicht einsatzbereit und angesichts der nun öffentlich gewordenen Zweifel, scheint unklar, ob die beiden Raumfahrzeuge tatsächlich schon im kommenden Jahr zu bemannten Testflügen starten können. Bislang habe jedenfalls hat aber auch keines der beiden Unternehmen beantragt, von den hohen Sicherheitsanforderungen ausgenommen zu werden. (mho)