NASA-Rover Curiosity: Marsforschung aus dem Homeoffice

Die Arbeit mit dem Mars-Rover Curiosity erfordert jede Menge Koordination zwischen Ingenieuren und Forschern. Die Herausforderung ist gegenwärtig noch größer.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 16 Beiträge

Mars-Forscher im Homeoffice

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Von
  • Martin Holland

Die jüngste Probenentnahme des NASA-Rovers Curiosity auf dem Mars ist erstmals von Forschern und Ingenieuren vorbereitet worden, die dabei fast ausschließlich im Homeoffice arbeiteten. Wie das verantwortliche Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-Weltraumagentur erläutert, war am 20. März zum ersten Mal niemand aus dem Team am Standort und trotzdem konnte der Rover zwei Tage später die geschickten Kommandos ausführen.

Auf einem Areal namens "Edinburgh" setzte das Gefährt seinen Gesteinsbohrer ein – erstmals seit der improvisierten Lösung vor anderthalb Jahren auch wieder auf Sandstein.

Wie die NASA ausführt, wurde der allgemeine Wechsel ins Homeoffice schon vor ein paar Wochen vorbereitet und angestoßen. Dazu seien vor allem Headsets und Monitore an die Mitarbeiter ausgegeben worden. Nicht alle Technik habe man ihnen aber mit in ihre Wohnungen geben können, vor allem jene fürs Betrachten von 3D-Bildern. Dazu setzen sie auf spezielle Brillen und umfunktionierte Gaming-Rechner mit leistungsfähigen Grafikkarten, um die Umgebung des Rovers so realitätsnah wie möglich abbilden und analysieren zu können. Aktuell müssen sie dafür auf simple Anaglyphenbilder (rot-blau) ausweichen.

Neben der Hardware seien aber vor allen Anpassungen bei der Logistik nötig. Zwar arbeiteten die Ingenieure und Forscher am JPL auch normalerweise mit Hunderten Wissenschaftlern und Institutionen in aller Welt zusammen, aber sie selbst seien dann ja nicht voneinander getrennt. So werde jede Sequenz von Aktionen des Rovers typischerweise von rund 20 Personen programmiert und getestet, die dabei an einem Ort sitzen und wiederum mit Dutzenden anderswo chatten. Aktuell würde das mit mehreren Videokonferenzen zur gleichen Zeit und über Messenger erledigt. Dabei sei zusätzliche Arbeit nötig, um sicherzustellen, dass jeder einander versteht.

Carrie Bridge, die als Teamleiter für die wissenschaftlichen Operationen zuständig ist, erklärt, dass sie deswegen auf eigene Initiative hin immer wieder alle Beteiligten direkt anspricht: "Ich habe jederzeit ungefähr 15 Chats im Blick" sagt sie.

Außerdem gucke sie teilweise parallel in vier Videokonferenzen, um zu überprüfen, dass alles läuft. Insgesamt sei das Vorgehen typisch für die NASA. "Wir stehen vor einem Problem und finden heraus, wie wir es lösen können", meint sie. Der Mars stehe ja auch nicht still. Curiosity arbeitet derweil weiter und analysiert seine direkte Umgebung weiter.

Details aus Curiositys 2. Gigapixelpanorama (13 Bilder)

Ein Krater im Krater
(Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS)

(mho)