NASA: Rückkehr zum Mond würde 35 Milliarden Dollar zusätzlich kosten

Die NASA hat nun beziffert, wie teuer die vorgezogene Rückkehr von Menschen auf den Mond kosten würde. Ob sie das Geld bekommt, ist unklar.

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Der erste Mensch auf dem Mond: Der Fußabdruck von Neil Armstrong auf der Oberfläche des Erdtrabanten.

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Im Jahr 2024 wieder Menschen auf dem Mond zu landen, würde die NASA 35 Milliarden US-Dollar (32 Milliarden Euro) kosten – zusätzlich zum ohnehin schon immensen Budget der US-Weltraumagentur. Das erklärte Doug Loverro, der bei der NASA für bemannte Raumfahrt zuständig ist, laut Ars Technica.

Er nannte das Preisschild damit an dem Tag, an dem US-Präsident Donald Trump seinen Haushaltsentwurf vorgestellt hat, der bereits deutlich mehr Budget für die NASA vorsieht. Er sieht unter anderem vor, dass die USA erstmals seit den 1960er Jahren wieder direkt Geld für die Entwicklung eines Mondlanders ausgeben – und zwar gleich mehr als drei Milliarden US-Dollar.

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Ursprünglich war geplant, dass die NASA im Jahr 2028 wieder Astronauten auf die Oberfläche des Mondes schicken sollte. Dieser Zeitplan wurde vergangenes Jahr deutlich gestrafft und aktuell soll es schon 2024 so weit sein – noch innerhalb einer potenziellen zweiten Amtszeit von Donald Trump. Dafür soll bereits bis 2022 die Raumstation Gateway im Orbit des Mondes errichtet werden, aber noch sind nicht einmal die ersten Astronauten im Rahmen von Artemis gestartet. Der erste bemannte Start im Rahmen dieses Programms zur Rückkehr zum Mond ist nun erst für 2021 vorgesehen.

Insgesamt sieht der nun von der Trump-Regierung vorgeschlagene Haushaltsentwurf vor, das Budget der NASA von 22,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 auf 25,2 Milliarden im kommenden Jahr zu erhöhen. Danach soll es auf 27,2 Milliarden und 2023 sogar auf 28,6 Milliarden US-Dollar steigen, bevor es wieder sinken würde. Das sind zwar deutliche Zuwächse, aber die von der NASA veranschlagten Extrakosten dürften damit nicht abgedeckt sein. Trotzdem gibt sich NASA-Chef Jim Bridenstine zufrieden und erklärte, mit dem Budget könne man auf dem eingeschlagenen Weg fortschreiten.

NASA-Chef Jim Bridenstine bei der Vorstellung der Artemis-Raumanzüge

(Bild: NASA/Joel Kowsky)

Noch ist aber sowieso unklar, ob Trump für seinen Haushaltsentwurf in dieser Form die nötigen Mehrheiten im US-Kongress finden wird. Denn er will beschlossene, massive Steuerentlastungen mit deutlichen Einsparungen in der Sozial-, Umwelt- und Gesundheitspolitik sowie der Entwicklungshilfe finanzieren, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Das dürfte auf wenig Zustimmung bei den Demokraten stoßen. Die haben aber die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus. Außerdem hält die Oppositionspartei den deutlich verkürzten Zeitplan für die Rückkehr zum Mond sowieso für politisch motiviert und könnte auch deswegen Widerstand leisten.

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Abgesehen davon ist noch auffällig, dass die US-Regierung immer stärker auf Kooperationen mit privaten Unternehmen setzt, wie Ars Technica noch erklärt. Anders als zu Zeiten des Apollo-Programms gibt es inzwischen Unternehmen, die bereit sind, eigenes Geld in Raumfahrt zu investieren, in der Hoffnung, später Profite erwirtschaften zu können. Das Weiße Haus rufe deswegen nun erneut dazu auf, die Mission Europa Clipper zum gleichnamigen Jupitermond nicht mit dem Space Launch System der NASA zu starten, sondern auf einer privaten Rakete. Das würde über anderthalb Milliarden US-Dollar einsparen, habe man dort errechnet.

(mho)