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NASA: Satellit soll Sonnensegel per 3D-Druck vergrößern

Die US-Weltraumagentur investiert in eine Firma, die zeigen will, dass 3D-Drucker die Raumfahrt revolutionieren können. Ihre Mission soll 2022 starten.

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Konzeptzeichnung von Archinaut One mit den langen Sonnensegeln

(Bild: Made in Space)

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Die NASA unterstützt mit 73,7 Millionen US-Dollar den Plan, 2022 einen Satelliten ins All zu bringen, der dort mittels 3D-Druck Komponenten herstellen soll. Das teilte die US-Weltraumagentur mit und stellte das Konzept der Firma Made in Space vor.

Diese will zeigen, dass Raumschiffe im Orbit Einzelteile herstellen und zusammenbauen können und damit einen wichtigen Beitrag zu weitergehenden Plänen der Erkundung des Sonnensystems leisten. Die Mission erfolgt als ein Teil einer öffentlich-privaten Partnerschaft (public-private partnership), in der aus der Wirtschaft mindestens 25 Prozent der Kosten beigesteuert werden.

Made in Space will in drei Jahren mit einer neuseeländischen Rakete des Typs Electron den Satelliten Archinaut One starten. Der soll dann in einem niedrigen Erdorbit (LEO) positioniert werden und die Arbeit aufnehmen: Mit einem 3D-Drucker sollen zwei jeweils zehn Meter lange Stangen hergestellt werden, die in voneinander entgegengesetzter Richtung aus dem Satelliten ragen sollen. Während die dabei immer weiter ausgefahren werden, sollen an beiden Sonnensegel ausgefaltet werden, die am Ende fünf Mal so viel Strom generieren würden, als es bei einem Satelliten dieser Größe sonst möglich ist.

(Quelle: Made in Space)

"Die Produktion und der Montage durch Roboter im Weltraum sind ohne Frage bahnbrechende und grundlegende Voraussetzungen für künftige Weltraum-Expeditionen", erklärt Jim Reuter von der NASA anlässlich der Bekanntgabe der Partnerschaft. Das Potenzial des 3D-Drucks sei auch im All und nicht nur am Boden immens. So könnten auf diese Weise künftig große, komplexe Strukturen wie Antennen oder Teleskope vor Ort im All gefertigt werden. Kleine Satelliten könnten mit damit Antennen oder Solarkollektoren herstellen, die derzeit nur großen Satelliten zur Verfügung stehen. Damit würden nicht nur bestehende Beschränkungen aufgrund von Raketenkapazitäten umgangen, künftig könnten auch Weltraumspaziergänge seltener nötig sein. (mho)