NASA-Sonde Dawn: Detailaufnahme der hellen Flecken

Seit die NASA-Sonde Dawn den Zwergplaneten Ceres erreicht hat, ziehen vor allem auffällige helle Flecken die Aufmerksamkeit auf sich. Nun gibt es die bislang besten Aufnahmen davon. Worum es sich bei den Flecken handelt, ist aber noch immer nicht sicher.

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Die hellen Flecken in der bislang besten Auflösung

(Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA)

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Aus ihrem bislang engsten Orbit um den Zwergplaneten Ceres hat die Raumsonde Dawn der NASA nun auch die mysteriösen hellen Flecken fotografiert, die die Fantasie der Forscher seit Monaten anregen. Sie liegen in einem Krater, der inzwischen auf den Namen "Occator" getauft wurde und sind auf dieser jüngsten Aufnahme klar definiert. Aufgenommen wurde die aus einer Höhe von 1470 Kilometer, die Auflösung der Oberfläche liegt bei 140 Metern pro Pixel. Weil die Helligkeit der Flecken so hoch ist, wurden zwei Aufnahmen zusammengesetzt, erklärt die NASA. In einer waren die Flecken optimal belichtet, in der anderen der Krater.

Dawn nähert sich Ceres (27 Bilder)

Der Krater namens Oxo
(Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI)

Außer den Flecken zeigt das Bild aber auch den Krater in bislang einzigartiger Auflösung. Zu erkennen ist, dass dessen Rand an einigen Stellen fast senkrecht zwei Kilometer tief abfällt. Die Flecken selbst wiederum sehen unterschiedlich aus und bestehen aus besonders hellen und weniger klar abgegrenzten Strukturen. Ob die Wissenschaftler weiterhin davon ausgehen, dass es sich bei den Flecken um Eis handelt, erklärt die US-Weltraumagentur nicht. Dort wartet man offenbar noch darauf, was die Aufnahmen aus dem engsten Orbit in einer Höhe von 375 Kilometer enthüllen. Das ist der finale Orbit, der vorgesehen ist und der dürfte noch einmal deutlich mehr Details an der Oberfläche zeigen – nicht nur von den Flecken im Krater Occator.

Aus seinem aktuellen Orbit hat Dawn bereits zwei Zyklen seiner Kartierung der Oberfläche des Zwergplaneten abgeschlossen. Am gestrigen Mittwoch begann der dritte Zyklus. Insgesamt sind in den nächsten zwei Monaten sechs solcher kompletten Erfassungen von Ceres vorgesehen, bevor sie Ende Oktober in die niedrigste Umlaufbahn einschwenken soll. Vorher umkreist sie den Himmelskörper in jedem der Zyklen insgesamt 14 Mal. Weil das jeweils aus leicht abgeänderten Positionen geschieht, können die Wissenschaftler am Ende genaue 3D-Modelle anfertigen.

Animierter Rundflug um den Krater Occator mit den Flecken, inklusive einer farb-kodierten topographischen Karte (Quelle: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI)

Ceres ist der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Von der Dawn-Mission erhoffen sich Wissenschaftler unter anderem neue Erkenntnisse über die Anfänge unseres Sonnensystems. Zuvor hatte die 2007 gestartete Sonde bereits den Asteroiden Vesta besucht und erforscht. Dort hatte sie nicht so viele Hinweise auf geologische Aktivität gefunden wie bei Ceres. (mho)