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NASA-Sonde New Horizons: Detailfoto enthüllt Doppelgestalt Ultima Thules

Nach dem historischen Vorbeiflug an Ultima Thule zeigt eine Detailaufnahme dessen außergewöhnliche Form. Die Forscher fühlen sich an einen Schneemann erinnert.

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NASA-Sonde New Horizons: Detailfotos enthüllen Doppelgestalt Ultima Thules

Ultima Thule besteht aus den Teilen Ultima und Thule

(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

Die erste Detailaufnahme des Himmelskörpers 2014 MU69 alias "Ultima Thule" hat eine Überraschung enthüllt: Das von der NASA-Sonde New Horizons besuchte, ferne Objekt ist ein binärer Körper ("contact binary") und besteht aus zwei klar voneinander abgegrenzten, aber verbundenen Teilen. Es sieht anders aus als alles was wir bisher gesehen haben, jubilieren die Forscher, dabei erinnert die Form aber zumindest etwas an den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, den die ESA-Sonde Rosetta erkundet hatte. Der war aber deutlich kleiner und viel stärker zusammengewachsen.

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Fast zehn Jahre lang flog die NASA-Sonde New Horizons zum Pluto. Als erste Sonde überhaupt passiert sie den Zwergplaneten, um ihn aus der Nähe zu erforschen.

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Das am Mittwoch veröffentlichte Bild wurde aus 27.000 Kilometern Entfernung kurz vor dem Rendezvous New Horizons mit Ultima Thule aufgenommen. Nie zuvor hat eine Sonde ein Objekt so weit von uns entfernt besucht, erinnern die Forscher an die Bedeutung ihrer Leistung. Ultima Thule war als nächstes Ziel nach dem historischen Vorbeiflug am Pluto ausgewählt worden. Das es nun so außergewöhnlich aussieht, ist eine Überraschung. Die Forscher meinen, dass die beiden Teile bereits in der Entstehungsphase des Sonnensystems kollidierten und seitdem weitgehend unverändert zusammen unterwegs sind.

"Es handelt sich um zwei komplett verschiedene Objekte, die nun zusammengewachsen sind", sagte Missionschef Alan Stern bei einer Pressekonferenz. Ein Objekt ist etwa halb so groß wie das andere. Eine Analyse der Farbe des Himmelskörpers hat außerdem bereits gezeigt, dass er rot ist und damit einem charakteristischen Fleck ähnelt, den New Horizons auf der Oberfläche von Charon ausgemacht hat, dem Mond von Pluto.

Das bei der Verdunkelung erstellte Profil...

(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

Während der Vorstellung der spektakulären Aufnahme von Ultima Thule hat Alan Stern außerdem noch einmal auf jene Beobachtungskampagne zurückgeblickt, bei der das ferne Objekt von der Erde aus erforscht worden war. Dabei war Ultima Thule von der Erde – genauer von Südargentinien – aus vor einem Stern vorübergezogen. Die Forscher konnten daraus ein Verdunkelungsprofil erstellen und hatten die ungewöhnliche Form Ultima Thules erkannt. Berechnungen anhand der nun bekannten genauen Form des Objekts zeigen nun, wie genau dieses Profil tatsächlich war.

... und die nun bekannte Form Ultima Thules.

(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

2014 MU69 alias "Ultima Thule" ist das erste Objekt im sogenannten Kuipergürtel, das genauer erforscht werden kann. Die hinter Pluto versammelten Objekte stammen aus der Entstehungszeit des Sonnensystems und dürften sich seitdem nicht verändert haben. Ultima Thule ermöglicht deswegen einen bislang einzigartigen Blick zurück zu den Anfängen unseres Sternsystems.

Die NASA-Sonde New Horizons hat bereits spektakuläre Aufnahmen der Pluto-Oberfläche machen können. (Quelle: NASA)

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Plutos Oberfläche
(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

(mho)