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NASA-Sonde New Horizons: Hinweise auf Ozean unter Plutos Oberfläche

Seit Monaten erstaunt der Pluto Wissenschaftler in aller Welt und nun könnte eine neue Überraschung dazu kommen. US-Forscher kommen dank der Bilder von New Horizons zu dem Schluss, dass unter der Oberfläche des Zwergplaneten ein Ozean existieren könnte.

NASA-Sonde-Horizons: Hinweise auf Ozean unter Plutos Oberfläche

Was verbirgt der Pluto unter der Oberfläche?

(Bild: NASA/JHUAPL/SwRI/Gladstone et al./Science (2016))

Unter der Oberfläche des Pluto könnte ein Ozean aus flüssigem Wasser existieren, der noch nicht zugefroren ist. So jedenfalls deuten Wissenschaftler der Brown University in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island Bilder der NASA-Sonde New Horizons, die vergangenen Sommer an dem Zwergplaneten vorbei gerast war. Mit den Daten konnte das Team um Noah Hammond eigene thermische Modelle des ehemaligen neunten Planeten verbessern: Ihre Theorien geben einen spannenden Blick unter die Oberfläche, der das Verständnis des gesamten Kuiper-Gürtels ändern könnte.

Die Forschung, die in den Geophysical Research Letters veröffentlicht werden soll, beruht demnach auf der Annahme, dass radioaktive Elemente im Inneren von Pluto einst Teile der Eiskruste des Himmelskörpers aufschmolzen. Mit der Zeit und aufgrund der großen Entfernung zur Sonne würden die dann wieder einfrieren, wobei das entstehende Wassereis ein größeres Volumen hätte, als das flüssige Wasser. Diese Ausdehnung würde auf der Oberfläche Spuren hinterlassen und zwar genau jene, die von New Horizons abgelichtet wurde, erklären sie.

Es gebe nicht viele andere Möglichkeiten, wie die tektonischen Spuren auf New Horizons Oberfläche entstehen könnten, als durch diesen Vereisungsprozess, schreiben die Wissenschaftler. Eine alternative Möglichkeit wäre die Einwirkung der Schwerkraft von Charon, dem größten Mond des Pluto. Aber die aktive Dynamik zwischen den beiden Himmelskörpern sei inzwischen nicht mehr stark genug, um die vergleichsweise jungen Spuren zu erklären. Ein Ozean von flüssigem Wasser unter der Oberfläche, sei deswegen die wahrscheinlichste Erklärung für die Risse des Pluto.

Wäre der Vereisungsprozess des Pluto bereits abgeschlossen, würden die niedrigen Temperaturen und der hohe Druck den thermischen Modellen der Forscher zufolge dafür sorgen, dass das gefrorene Wasser seine Kristallstruktur verändert. Das Eis würde vergleichsweise rasch zu sogenanntem Eis II werden, das eine deutlich kompaktere Kristallstruktur deswegen ein viel geringeres Volumen hätte. Global gesehen würde der Pluto dann schrumpfen, was sich an der Oberfläche abzeichnen würde. Weil das nicht beobachtet wurde, gehen die Forscher davon aus, dass sich noch kein Eis II gebildet hat und noch flüssiges Wasser unter der Oberfläche existiert.

Noch gebe es aber ein paar Vorbehalte, unter denen diese Theorie präsentiert würde. So würde das Eis II nur entstehen, wenn die Eisschicht mindestens 260 Kilometer dick ist. Doch die Forscher haben demnach guten Grund, davon auszugehen, dass die Eisschicht sogar mehr als 300 Kilometer dick ist. Der auf dem Pluto gefundene Stickstoff und das Methan würden außerdem für eine solch dicke Schicht sprechen. Diese exotischen Eise seien gute Isolatoren, die dafür sorgen könnten, dass das Wasser unter der Oberfläche flüssig bleibt.

Insgesamt sprechen die Forscher von der faszinierenden Möglichkeit, dass so weit draußen im Sonnensystem ein flüssiger Ozean existiere. Das wäre dann auch auf den vielen anderen Objekten im Kuiper-Gürtel möglich. Den soll New Horizons noch erforschen und Anfang 2019 ein dortiges Objekt passieren. Die Sonde war im Juli 2015 am Pluto vorbei geflogen und hatte jede Menge Daten gesammelt. Die werden noch immer zur Erde übertragen, und dürften angesichts der unerwartet komplexen und vielfältigen Landschaften auf dem Pluto noch viele Überraschungen bereit halten.

(mho)

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