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NASA-Sonde New Horizons: Pluto und Charon im Detail

New Horizons ist nur noch vier Tage und weniger als fünf Millionen Kilometer vom Pluto entfernt. Während der Zwergplanet immer besser zu erkennen ist, rückt auch sein größter Mond Charon in den Fokus. Die Bilder zeigen zwei verschiedene Welten.

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Charon und Pluto aus sechs Millionen Kilometern Entfernung

(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

Pluto-Mission New Horizons

Fast zehn Jahre lang flog die NASA-Sonde New Horizons zum Pluto. Als erste Sonde überhaupt passiert sie den Zwergplaneten, um ihn aus der Nähe zu erforschen.

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Fünf Tage vor ihrem historischen Vorbeiflug am Pluto hat die NASA-Sonde New Horizons neue Fotos zur Erde geschickt, die die Unterschiede zwischen dem Zwergplaneten und seinem größten Mond Charon deutlich machen. Für eines hat die US-Weltraumbehörde Aufnahmen zweier Instrumente zusammengerechnet und damit die Detailfotos (LORRI) um Farbinformationen (Ralph) erweitert. Sichtbar werden so zwei unterschiedliche Welten, die nicht zusammenzugehören scheinen, wie die NASA schreibt. Während Pluto eher rötlich erscheint und eine abwechslungsreiche Oberfläche aufweist, erscheint Charon dunkelgrau und deutlich einförmiger.

Mit 1200 Kilometern Durchmesser ist Charon der mit Abstand größte Mond des Pluto. Der Zwergplanet selbst hat einen Durchmesser von rund 2300 Kilometern. Derart gering ist der Unterschied zwischen einem Mond und seinem (Zwerg-)Planeten sonst nirgendwo im Sonnensystem. Weil sie beide außerdem derart nahe um das Baryzentrum über der Oberfläche von Pluto kreisen, war die Erforschung des Mondes bislang äußerst schwer. Nun meinen die Forscher, auf Charons Oberfläche Einschagskrater zu erkennen und sind dementsprechend optimistisch. Solche Krater können einen Blick unter die Oberfläche gewähren, hoffen sie. Insgesamt schäle sich Charon nun als eigene Welt mit eigener Persönlichkeit heraus, erklärt John Spencer, der für die Erforschung der Geologie und Geophysik zuständig ist.

Pluto-Sonde New Horizons (67 Bilder)

Plutos Oberfläche
(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

Bereits vor dem Anflug von New Horizons waren einige Besonderheiten des ungewöhnlichen Paars bekannt, das sich nach Forschermeinung seit Milliarden Jahren umkreist. So rotiert Pluto (ähnlich wie Uranus) quasi auf der Seite um die Sonne, mit der eigenen Achse ungefähr in Bewegungsrichtung. Charon, der wie andere Monde um den Äquator kreist, liegt damit nicht auf der Bahnebene des Pluto, die selbst deutlich von der der Planeten des Sonnensystems abweicht. Außerdem braucht Charon 6,4 Erdentage, um den Pluto zu umkreisen. Der dreht sich in der gleichen Zeit einmal um sich selbst, so dass Charon immer über der gleichen Stelle auf der Pluto-Oberfläche steht. Das heißt, es gibt Orte auf Charon und Pluto, von denen der andere Himmelskörper nie zu sehen ist, und andere von denen das immer möglich ist.

Pluto und Charon (6 Bilder)

Plutos Bahn weicht stark von der der acht Planeten ab
(Bild: NASA, Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory)

Bezüglich ihrer Zusammensetzung unterscheiden sich der Zwergplanet und sein größter Mond teilweise stark. Während Pluto eine Atmosphäre aufweist, hat Charon keine. Auf Plutos Oberfläche wurde der NASA zufolge bereits gefrorener Stickstoff, sowie gefrorenes Methan und Kohlenmonoxid nachgewiesen. Auf Charon dagegen habe man gefrorenes Wasser und Ammoniak-Verbindungen gefunden. In seinem Inneren setzt sich Pluto demnach vorwiegend aus Gestein zusammen, während Charon zu gleichen Teilen aus Fels und Wassereis besteht. (mho)