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NASA-Weltraumteleskop TESS findet ersten erdgroßen Exoplaneten

Astronomen haben den ersten erdgroßen Exoplaneten bestätigt, den das NASA-Weltraumteleskop TESS gefunden hat. Seine Erforschung wird spannend.

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Künstlerische Darstellung von HD 21749c und HD 21749b

(Bild: Carnegie Institution for Science)

Das NASA-Teleskop TESS hat seinen ersten Exoplaneten in Erdgröße gefunden. In dem nur 53 Lichtjahre von der Erde entfernten System benötigt HD 21749c ungefähr acht Erdentage, um seinen Stern zu umkreisen, berichtet die Carnegie Institution for Science. Auf dem Gesteinsplaneten dürften dementsprechend Oberflächentemperaturen von rund 430 Grad Celsius herrschen, ergänzen die Forscher. Bezogen auf die Größe hat der Himmelskörper ungefähr 89 Prozent der Größe unserer Erde. Seine genaue Masse soll nun ermittelt werden. Außer diesem erdähnlichen Planeten hat TESS in dem Sternsystem noch einen weiteren entdeckt, der dem Neptun ähnelt.

Exoplanetenjäger TESS der NASA (8 Bilder)

Die Vorbereitung des Weltraumteleskops
(Bild: NASA)


Als neuer Exoplanetenjäger der NASA war TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite) im April des vergangenen Jahres vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet. Das Weltraumteleskop soll die bahnbrechende Arbeit von Kepler fortsetzen, Forscher erwarten Tausende neue Exoplaneten in allen Himmelsrichtungen. TESS nimmt dafür jeweils mindestens 27 Tage eine breite Himmelsregion ins Visier und prüft die Sterne darin auf Verdunkelungen. Deswegen wird die Sonde vor allem Exoplaneten finden, die ihren Stern in zehn Tagen oder weniger umkreisen, viele davon aber deutlich näher als Keplers Exoplaneten. TESS findet dabei sogenannte Kandidaten, die dann durch Folgeanalysen von Astronomen bestätigt werden.

Insgesamt wurden bislang zehn der von TESS gefunden potenziellen Exoplaneten auf diese Weise bestätigt, Hunderte Kandidaten werden gegenwärtig geprüft, schreibt die NASA. Die beiden Exoplaneten des Sterns HD 21749 wurde von Carnegie-Forschern mit Instrumenten Las Campanas Observatory in Chile bestätigt. HD 21749b, der größere der beiden, benötigt demnach für einen Orbit 36 Tage und damit länger als alle anderen dank TESS entdeckten Exoplaneten.

Die Forscher wollen sich nun auf HD 21749c konzentrieren, um seine genaue Masse und Zusammensetzung zu ermitteln und bessere Vergleiche zur Erde ziehen zu können. Weil die mit Kepler entdeckten Exoplaneten deutlich weiter von uns entfernt sind, als es nun HD 21749c ist, gehen die Forscher davon aus, dass diese Analysen schon bald erfolgreich sein könnten. Weil dieses Sternsystems viel leichter zu erforschen ist, könnte dann überhaupt zum ersten Mal die genaue Masse eines erdgroßen Exoplaneten ermittelt werden, ergänzt das ebenfalls beteiligte Massachusetts Institute of Technology.

Exoplaneten (18 Bilder)

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Die bislang erdähnlichsten Exoplaneten – bestätigt und unbestätigt (*) – in einer habitablen Zone.
(Bild: PHL @ UPR Arecibo)

(mho)