NASA findet bislang entlegenste Galaxie

Dank ihrer Weltraumteleskope und einer Gravitationslinse im All haben Wissenschaftler der NASA die bislang am weitesten entfernte Galaxie entdeckt. Das Licht von MACS0647-JD war 13,3 Milliarden Jahre unterwegs, bevor es bei uns eingetroffen ist.

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  • Martin Holland

Dieser Lichtfleck ist mehr als 13 Milliarden Lichtjahre entfernt.

(Bild: NASA, ESA, and M. Postman and D. Coe (STScI) and CLASH Team)

Die NASA hat die am weitesten entfernte Galaxie auf den Aufnahmen ihrer Weltraumteleskope gefunden. Das Licht des auf den Namen MACS0647-JD getauften Objekts war 13,3 Milliarden Jahre unterwegs, bevor es bei uns eingetroffen ist, erläutert die US-Weltraumagentur. Es zeigt die Zwerggalaxie rund 420 Millionen Jahre nach dem Urknall, als das Universum gerade einmal 3 Prozent seines heutigen Alters erreicht hatte. Um sie jetzt abzulichten, sei nicht nur die Leistungsfähigkeit der Weltraumteleskope Hubble und Spitzer nötig gewesen, sondern auch eine natürliche Linse, die das Abbild im Weltall vergrößerte.

Der Fund ist demnach die jüngste Entdeckung, die Wissenschaftlern gelungen ist, die im Rahmen des Projekts Cluster Lensing And Supernova Survey with Hubble (CLASH) nach solchen Galaxien suchen. Dabei machen sie sich zunutze, dass massive Galaxienhaufen wie kosmische Teleskope wirken können. Durch ihre enorme Masse beugen sie als Gravitationslinse die Lichtstrahlen so, dass die Abbilder vergrößert werden. Im Fall von MACS0647-JD habe der Galaxienhaufen MACS J0647+7015 auf diese Weise gewirkt.

Über Monate hinweg habe man damit zugebracht, alle möglichen alternativen Erklärungen für den Lichtfleck zu überprüfen. Nun sei man sich aber sicher, dass es sich um die beschriebene Galaxie in dieser immensen Entfernung handele. Die ausführlichen Erläuterungen der Entdeckung und Prüfung sollen am 20. Dezember in einem Artikel im Astrophysical Journal veröffentlicht werden.

Die jetzt entdeckte Galaxie sei verhältnismäßig klein für ihr Alter und offenbar dabei, sich zu einer größeren Galaxie zu entwickeln. Auf dem Foto habe sie ungefähr einen Durchmesser von 600 Lichtjahren, typischerweise sollten es jedoch 2000 sein. Unsere Milchstraße hat beispielsweise einen Durchmesser von mehr als 120.000 Lichtjahren. Wie groß das ist, verdeutlicht eine Website, die die Leistungsfähigkeit des Chrome-Browser zeigen soll und dynamisch und zoombar unser Sonnensystem in der Milchstraße animiert. (mho)