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NASA gibt Weltraumteleskop Hubble auf

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Die NASA hat alle Service-Flüge zum Weltraumteleskop Hubble, einem Gemeinschaftsprojekt der europäischen Raumfahrtorganisation ESA und der US-amerikanischen NASA, gestrichen. Da die Space-Shuttle-Flotte nach den jüngsten Plänen nur noch bis zum Jahr 2010 in Betrieb bleiben soll, werden alle Kapazitäten bis dahin zur Fertigstellung der internationalen Raumstation ISS benötigt, hieß es.

Ein weiterer Grund für den Wegfall der Service-Flüge ist der Absturz der Raumfähre Columbia. Bei jedem Shuttle-Start muss nach den seither geänderten Vorschriften eine weitere Raumfähre für eine eventuelle Rettungsmission bereitstehen, was die vorhandenen Kapazitäten für Shuttle-Missionen verringert.

Wenn Hubble nicht wie geplant im kommenden Jahr gewartet wird, wird die Sonde voraussichtlich zwischen 2006 und 2008 ausfallen. Anschließend soll eine unbemannte Mission das Weltraumteleskop mit einer Masse von rund 11 Tonnen gezielt in die Erdatmosphäre befördern, wo es verglühen soll, um eventuelle Opfer bei einem unkontrollierten Absturz der Sonde zu verhindern.

Forscher reagierten auf die Ankündigung mit Entstzen, der Verlust von Hubble sei "unermesslich" und eine "Tragödie". Hubble liefert jeden Tag 10 bis 15 Gigabyte astronomische Daten an Forscher auf der ganzen Welt. Die bislang unerreichte Schärfe der Aufnahmen brachte eine ganze Reihe neuer Erkenntnisse über die Struktur verschiedener Objekte im All.

Der US-Nachrichtensender CNN bezeichnete Hubble bereits als "Opfer" der Weltraumpläne von Bush, der bemannte Missionen zum Mond und zum Mars plant. Die geänderten Prioritäten ließen dem Weltraumteleskop nicht genügend Mittel. Vor diesem Hintergrund scheint es fraglich, ob das für Hubble im Jahre 2011 geplante Nachfolgeprojekt James Webb Space Telescope tatsächlich fortgeführt wird. (uma)