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NASA will aufblasbares Modul an der ISS testen

Am Donnerstag will die NASA ein ungewöhnliches neues Modul an der ISS installieren – es soll aufgeblasen werden, nachdem es platzsparend ins All transportiert wurde. Seine Nachfolger könnten Reisenden zum Mars künftig mehr Platz bieten.

NASA will aufblasbares Modul an der ISS testen

So soll das aufgeblasene neue Modul am Ende aussehen.

(Bild: Bigelow Aerospace)

Die NASA will am heutigen Donnerstag ein zweijähriges Experiment mit einem aufblasbaren Modul an der Internationalen Raumstation ISS beginnen. Das Bigelow Expandable Activity Module (Beam) soll ab kurz nach 12 Uhr unserer Zeit – eventuell aber auch schon früher – aufgeblasen werden und das ganze live ins Netz gestreamt werden. Die Crew soll das aufgeblasene Modul zum ersten Mal am 2. Juni betreten und dann noch weitere Male innerhalb der nächsten zwei Jahre. Dabei sollen sie nicht nur die Bedingungen innerhalb des Moduls überprüfen sondern auch Sensordaten sammeln, um tiefere Einblicke zu erhalten.

Das Beam-Modul wird am ISS-Modul Tranquility aufgeblasen, das seit Februar 2010 Teil der Internationalen Raumstation ist. Es soll als Technikdemonstration dafür dienen, wie aufblasbare Module künftig den Platz nicht nur an einer Raumstation sondern auch an Raumschiffen deutlich vergrößern könnten – etwa auf einem Flug zum Mars. Überprüft werden soll nun, wie gut das Modul Astronauten in seinem Inneren vor Strahlung, Weltraumschrott, Mikrometeoriten und den extremen Außentemperaturen schützen kann, erklärt die US-Weltraumagentur.

Insgesamt soll das aufblasbare Modul den Astronauten 16 Kubikmeter an zusätzlichem Platz zur Verfügung stellen. Es wurde am 8. April mit einer Dragon-Kapsel von SpaceX zur ISS gebracht und dort mit einem Roboterarm angebracht. Das Experiment soll auch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen der NASA und privaten Unternehmen unter Beweis stellen. Entwickelt wurde Beam vom Raumfahrtunternehmen Bigelow Aerospace des US-Hotelbesitzers Robert Bigelow.

[Update 26.05.2016 – 16:20 Uhr] Die Einrichtung des Moduls wurde abgebrochen, nachdem es sich nicht vollständig ausdehnte. Experten der NASA und von Bigelow Aerospace wollen nun die gesammelten Daten auswerten, um herauszufinden, was dem Fehler zugrunde liegt, teilte die US-Weltraumagentur inzwischen mit. Sollten sie zu dem Ergebnis kommen, dass ein erneuter Versuch gewagt werden kann, könne das bereits am Freitag geschehen. (mho)

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