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NRW-CDU will Handys mit Jugendschutz-Funktion

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Die CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag will den Austausch von Gewaltvideos unter jugendlichen Handy-Nutzern eindämmen und die Betreiber von Mobilfunknetzen dabei in die Pflicht nehmen. "Eltern müssen die Möglichkeit erhalten, die Geräte ihrer Kinder für den Empfang von Gewalt- und Pornoinhalten zu sperren", sagte der CDU-Abgeordnete Thomas Jarzombek. Falls die Anbieter ihre Handys nicht freiwillig mit einer entsprechenden Schutz-Software ausstatteten, werde die Landesregierung noch vor der Sommerpause über eine förmliche Änderung des Staatsvertrags zum Medienschutz beraten.

Nach Darstellung Jarzombeks sollten die Netzbetreiber die von ihnen vertriebenen Geräte so umrüsten, dass der Austausch der Videos über so genannte Bluetooth-Schnittstellen nur noch nach Eingabe eines PIN-Codes möglich ist. "Digitale Signaturen wären aus technischer Sicht durchaus machbar", meinte der CDU-Politiker. Seit rund einem Jahr versuche man, die Netzbetreiber zu einer Verpflichtung zu bewegen, etwa nach dem Vorbild der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). "Die Gespräche waren aber nahezu ergebnislos." Einer Studie zufolge kamen bundesweit bereits 34 Prozent aller Jugendlichen mit gewaltverherrlichenden Handy-Aufnahmen in Kontakt.

Als Beispiel für derartige "Snuff-Videos" nannte Jarzombek die Ende Dezember ins Internet gestellten Bilder von der Hinrichtung des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein. Mitunter würden Jugendliche auch gezielt verprügelt, um neue Gewaltszenen austauschen zu können. "Das ist auch in NRW ein weit verbreitetes Phänomen." Die Mobilfunk-Industrie sei nun aufgerufen, "die Elternkontrolle zu fördern." (dpa) / (jk)

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