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NRW testet ab 2015 Software zu Kriminalitäts-Vorhersagen

Nicht nur das Wetter, auch Kriminalität soll inzwischen vorhergesagt werden. Das Innenministerium in NRW will ab kommenden Jahr die Software dafür in der Praxis testen.

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In Bayern erfolgreich: Kriminaldirektor Karl Geyer erklärt im Nürnberger Polizeipräsidium die neue Software.

(Bild: dpa, Daniel Karmann)

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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen wird Computerprogramme für Kriminalitätsvorhersagen testen. Anfang kommenden Jahres werde ein Projekt unter Leitung des Landeskriminalamts starten, teilte das NRW-Innenministerium auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Gregor Golland mit. Bislang war die Rede davon, dass ein solches Projekt geprüft werde; konkrete Termine gab es nicht.

Erste Ergebnisse würden in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Die Polizeipräsidien in Duisburg und Köln seien in die Testphase eingebunden, von Oktober 2015 bis September 2016 sollen die dortigen Praxisphasen laufen. Bei einer erfolgreichen Testphase werde man die Software auch im Polizeialltag einsetzen.

"Predictive Policing" heißt die neue Methode. Programme sollen beispielsweise Einbrüche vorhersagen können. Dafür müssen tausende Einbrüche in die Datenbank etwa der Prognosesoftware "Precobs" ("Pre Crime Observation System") eingepflegt werden. Ähnliche Tests laufen bereits in Bayern und Baden-Württemberg.

Laut bayrischem Innenminsterium soll sich die Software bereits bewährt haben. In Zürich sollen mit dem Programm die Einbrüche um 14 Prozent zurückgegangen sein, die Software soll dort inzwischen im Regelbetrieb laufen. Mehr als 80 Prozent der Prognosen seien dort zutreffend gewesen.

Wird für ein Gebiet eine akute Einbruchsgefahr errechnet, können dort gezielt mehr Polizisten eingesetzt werden. Damit sollen die Verhaltensmuster von Profi-Einbrechern erkannt und für Vorhersagen genutzt werden. Täter kehren erfahrungsgemäß an Tatorte zurück, an denen sie sich auskennen und bereits Erfolg hatten. Beziehungs- oder Gelegenheitstaten fallen dabei allerdings durch das Raster. Das NRW-Innenministerium bezeichnete die Wirksamkeit solcher Software allerdings als noch nicht hinreichend belegt. (Mit Material der dpa) / (axk)