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NSA-Affäre: Luxemburg untersucht angeblich Vorwürfe gegen Skype

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Luxemburgs Datenschutzbeauftragter untersucht Vorwürfe, der Videotelefondienst Skype gewähre dem US-Geheimdienst NSA direkten Zugriff auf die eigenen Server. Das berichtet die britische Tageszeitung The Guardian, ohne jedoch ihre Quelle preiszugeben. Der Dienst, der inzwischen zu Microsoft gehört, hat seinen Hauptsitz in Luxemburg. Der Zeitung zufolge leitete der Datenschutzbeauftragte die Untersuchungen ein, nachdem im Juni die ersten Berichte über eine Zusammenarbeit mit den US-Behörden veröffentlicht worden waren.

Wie die Zeitung erläutert, schützt die luxemburgische Verfassung die Privatsphäre der Bürger. Ähnlich der Regelung in Deutschland könne das aber durch ein Gesetz eingeschränkt werden. Es sei unklar, ob es in Luxemburg Regelungen oder Abkommen gibt, die eine Weitergabe der Daten legalisieren. Der Datenschützer und Microsoft haben laut Bericht dazu nicht äußern wollen.


Wer ist beim Skypen noch dabei?

(Bild: Skype)

Bereits in den ersten Enthüllungen über PRISM und die umfangreiche Überwachung der NSA war Anfang Juni auch der Name Skype gefallen. In einer Folie wurde der Dienst genannt und erklärt, Skype erlaube den Zugriff seit dem 6. Februar 2011, also bereits vor der Übernahme durch Microsoft. Später berichtete der Guardian dann ausführlicher über die intensive Kooperation. Auch schon vor der NSA-Affäre war mehrfach über Hintertüren in der Software spekuliert worden, über die auch eine Überwachung verschlüsselter Kommunikation möglich sei. Skype hatte das aber immer zurückgewiesen.

Erst im Mai 2013 hatte heise Security aufgedeckt, dass nach Skype-Chats seltsame Zugriffe auf dort versendete URLs stattfanden. Damit war bewiesen, dass Microsoft alle Chat-Sitzungen auswertet. Das war aber noch als automatisierte Analyse zum Auffinden von Spam- oder Phishing-Seiten interpretiert worden. Erst der Beginn der NSA-Affäre mit den Enthüllungen Edward Snowdens rückte die Entdeckung in ein neues Licht. (mho)