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NSA-Affäre: Snowden übernahm Identität von NSA-Offiziellen

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Um an einige der Dokumente zu gelangen, die er seit Monaten an verschiedene Medien weitergibt, hat Edward Snowden die elektronische Identität von hochrangigen NSA-Mitarbeitern übernommen. Davon gehe zumindest der Geheimdienst aus, berichtet der US-Nachrichtensender NBC News. Demnach hatte Snowden als Analyst bei dem NSA-Dienstleister Booz Allen Hamilton die Sicherheitsfreigabe "Top Secret", aber nicht höher. Als Systemadministrator habe er jedoch Nutzerprofile anlegen und ändern können. Darüber habe er sich als jemand anders ausgeben können und sei so an sensible Dokumente gelangt, auf die er eigentlich keinen Zugriff hatte.

"Von Tag zu Tag wird deutlicher, wie brillant Snowden war," zitiert der Sender einen ehemaligen US-Offiziellen, der mit dem Vorgang vertraut sei. Und weiter: "Das ist der Grund, warum man für solch eine Arbeit keine brillanten Leute einstellt. Man stellt kluge Personen ein. Brillante Menschen bringen dir Probleme." Einmal im Besitz der Dokumente habe Snowden dann dank seines Jobs auch das Recht gehabt, die Daten auf externen Speicher zu laden. Seit Anfang Juni bilden diese Dokumente die Grundlage für Medienberichte über die totale Kommunikationsüberwachung durch die Geheimdienste der USA und Großbritanniens. Snowden selbst wird von den USA gesucht und hat in Russland temporäres Asyl erhalten.

Bei der NSA selbst wisse man noch immer nicht genau, welche Dokumente der Whistleblower an sich gebracht hatte. Man suche derzeit etwa nach bestimmten Anomalien, etwa ein Zugriff auf Daten durch jemanden im Urlaub, um das in Erfahrung zu bringen. Aber immerhin reichte es schon zu einer Einschätzung des Umfangs: "Auf einer Skala von 1 bis 10 entspricht der Schaden einer 12." (mho)

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