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NSA-Affäre: US-Geheimdienstkoordinator erwartet mehr Enthüllungen

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Der US-Geheimdienstkoordinator James Clapper hat die aktuelle Debatte über die NSA-Überwachung zumindest in Teilen als notwendig bezeichnet. Wenn diese Geschichte etwas gutes habe, dann vielleicht dies, sagte er laut der Los Angeles Times vor Vertretern eines Wirtschaftsverbands von Auftragnehmern der Geheimdienste. Die anhaltenden Enthüllungen haben seiner Meinung nach die nationale Sicherheit der USA beschädigt, ein Ende sei noch nicht in Sicht. "Unglücklicherweise wird da noch mehr kommen", sagte Clapper, ohne weiter darauf einzugehen, was für neue Enthüllungen er erwartet.

James R. Clapper, der Director of National Intelligence

(Bild: dni.gov)

Auf die Frage, warum die US-amerikanische Öffentlichkeit die Zusicherung, sie würde nicht unrechtmäßig ausspioniert, so skeptisch sehe, verwies Clapper unter anderem auf "verzerrte Medienberichte". Die Journalisten, die an den Enthüllungen Edward Snowdens arbeiteten, seien seiner Meinung nach zu den "tiefsten und dunkelsten Plätzen" gegangen und hätten dann die verschwörerischste Version der Geheimdienstarbeit ausgebreitet. Clapper verwies laut dem Bericht auf Herausforderungen, Terroristen und ausländische Gegner zu überwachen, wenn sie die selben Telefonleitungen und Server benutzen wie US-Amerikaner.

Clapper erklärte darüber hinaus, dass die Geheimdienste nach den Leaks von Chelsea Manning vorhandene Löcher nicht hinreichend gestopft hätten. Zwar hätten sie sich der Suche nach Gefahren von innen gewidmet, aber vielleicht nicht mit der Konzentration und der Energie, die sie jetzt anwenden. Clapper verteidigte die insgesamt enge Zusammenarbeit mit Privatfirmen, wie etwa Booz Allen International, wo Snowden arbeitete. An die versammelten Vertreter derartiger Unternehmen appellierte er, den Geheimdiensten die Treue zu halten. (mho)

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