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NSA-Affäre: US-Regierung verteidigt Angriffe auf Tor

Der US-Geheimdienstkoordinator James Clapper hat die enthüllten Angriffe gegen Nutzer des Anonymisierungs-Dienstes Tor verteidigt. Da die offizielle Website seiner Behörde wegen des US-Finanzierungsstopps derzeit nicht aktualisiert wird, reagierte er auf dem hauseigenen Tumblr auf die Berichte. Er bestätigte dabei, dass die US-Geheimdienste zu verstehen versuchen, wie solche Anonymisierungs-Dienste funktionieren und welche Informationen damit versteckt werden. Jedoch wirft er den Medien vor, nicht darauf einzugehen, dieses Interesse sei in dem "unwiderlegbaren Fakt" begründet, dass "unsere Gegner" mit diesen Werkzeugen ihre Angriffe auf die USA und deren Alliierte vorbereiteten.

Außerdem erwähnten die Medien nicht, dass die Geheimdienste nur an Kommunikation interessiert seien, die in die Zuständigkeit der Auslandsgeheimdienste und der Spionageabwehr falle. Deswegen arbeiteten sie unter einem strikten gesetzlichen Rahmen, unter dem es verboten ist, auf "Informationen in Verbindung mit unschuldigen Online-Aktivitäten von US-Bürgern" zuzugreifen. Erneut kann diese Zusicherung höchstens US-Amerikaner beruhigen. Ein Schutz für Ausländer, darunter etwa auch verfolgte Aktivisten, existiert nicht.

Mehrmals verweist Clapper in dem Statement darauf, dass die Geheimdienste die USA und deren Bevölkerung schützten. Um zu verhindern, dass ausländische Gegner unschuldigen Amerikanern schaden könnten, werde jedes geheimdienstliche Werkzeug genutzt. In der Welt der modernen Telekommunikation sei es aber nun einmal der Fall, dass Gegner ihre Nachrichten und Diskussionen unter denen der "unschuldigen Menschen auf der ganzen Welt" versteckten. Die Angriffe verteidigt er damit, dass diese Gegner eben die selben sozialen Netzwerke, Verschlüsselungstools und Sicherheitsfunktionen verwendeten, mit denen wir unsere täglichen Online-Aktivitäten schützen.

Vergangene Woche hatte der Guardian über Aktivitäten berichtet, mit denen Nutzer des Anonymisierungs-Dienstes Tor identifiziert und belauscht werden sollen. Intern gibt die NSA demnach zu, dabei nicht sonderlich erfolgreich zu sein. Grundsätzliche Sicherheits-Funktionen des Tor-Netzes sind demnach weiterhin intakt, Anwender können offenbar nicht auf konkrete Anfragen hin de-anonymisiert werden. (mho)

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