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NSA-Chef erklärt seine Strategie gegen Verschlüsselung

NSA-Chef Michael Rogers hat angedeutet, wie er sich den Zugriff auf verschlüsselte Smartphones vorstellt: Die Hersteller sollen den Zugriffs-Code aufteilen, damit niemand im Alleingang die Daten entschlüsseln kann.

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NSA-Chef / Verschlüsselung

NSA-Chef Michael Rogers.

(Bild: Fort Meade Public Affairs Office / CC-BY-2.0)

NSA-Chef Michael Rogers hat laut einem Bericht der Washington Post erstmals öffentlich angedeutet, wie er sich den Zugriff seines Geheimdienstes und anderer US-Behörden auf verschlüsselte Smartphones und Computer vorstellt: Die Hersteller sollen verpflichtet werden, den Zugangs-Schlüssel aufzuteilen und die einzelnen Teile bei unterschiedlichen Institutionen zu hinterlegen.

Dadurch soll sichergestellt sein, dass kein Unternehmen und keine Behörde im Alleingang auf das Gerät zugreifen könne – sondern nur die Besitzer aller Schlüsselteile gemeinsam, also zum Beispiel Apple zusammen mit dem FBI. Konkret sagte Rogers dem Bericht zufolge in einer Rede an der Universität Princeton: "Ich will keine Hintertür, ich will eine Vordertür. Und ich will, dass die Vordertür mehrere Schlösser hat."

Laut Washington Post wird die Pflicht zur Schlüssel-Aufteilung auch von einer Arbeitsgruppe der US-Regierung in Erwägung gezogen. Die Arbeitsgruppe berate sich unter anderem mit diversen Geheimdiensten, dem FBI und mehreren Ministerien. Sie plane, Präsident Obama noch in diesem Monat einen Bericht über die diversen Möglichkeiten für den Zugriff auf verschlüsselte Smartphones und Computer vorzulegen.

Seit einigen Monaten fordern regelmäßig Vertreter von Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten in den USA und Europa, dass sie ganz offiziell Zugriff auf verschlüsselte Geräte erhalten. Auf der anderen Seite stehen Bürgerrechtler und Wirtschaftsvertreter, die keine Einschränkungen in der Verschlüsselung akzeptieren wollen und vor Missbrauch durch Kriminelle und Geheimdienste warnen. (cwo)

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