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NSA-Skandal: Cisco beschwert sich über manipulierte Postsendungen

Der US-Netzausrüster empört sich darüber, dass die NSA Cisco-Postsendungen abfängt und die enthaltenen Geräte manipuliert. Das untergrabe das Vertrauen in die Industrie, schreibt der Konzern, der mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat.

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Cisco hat der NSA vorgeworfen, mit ihrem Eingriff in den Postversand von Netzwerktechnik das Vertrauen in die IT-Industrie zu untergraben. In einem Blogeintrag verlangt Mark Chandler, stellvertretender Vizepräsident des Unternehmens, man müsse die Möglichkeit haben, unbehelligt Internetinfrastruktur an die eigenen Kunden liefern zu können. Wenn man sich daran halte, bestimmte Ziele nicht zu beliefern, müsse sich die Regierung auch daran halten, legale Lieferungen nicht zu manipulieren. Cisco selbst arbeite jedenfalls mit keiner Regierung zusammen, um eigene Produkte zu schwächen.

Hintergrund für diese Kritik an der US-Regierung sind Dokumente des NSA-Whistleblowers Edward Snowden, die darlegen, wie die NSA Postsendungen abfängt, um Cisco-Geräte mit Malware zu versehen. Die Dokumente hatte der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald in einem Buch öffentlich gemacht. Cisco schließt sich nun einem Aufruf von IBM an und ergänzt ihn um die Forderung, Postsendungen nicht anzutasten. Außerdem sollten den Herstellern Sicherheitslücken, die Regierungsbehörden bekannt sind, mitgeteilt werden. Daten, die US-Unternehmen auf Servern außerhalb der USA speicherten, sollten besser geschützt werden. Nur so könnte Vertrauen gewonnen werden.

Die NSA fängt Postsendungen ab (3 Bilder)

Blick hinter die Kulissen

So werden Pakete offenbar geöffnet (links) und die enthaltene Technik manipuliert (rechts).
(Bild: Glenn Greewald, "Die totale Überwachung")

Cisco hatte am Mittwoch bekanntgeben müssen, dass die Nachfrage nach eigenen Produkten schwach geblieben ist. Während der Umsatz im dritten Geschäftsquartal um 6 Prozent zurückging, fiel der Gewinn sogar um satte 12 Prozent. (mho)