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NSA-Skandal: Cisco will zur Täuschung an falsche Adressen liefern

Um Geheimdienste wie die NSA zu täuschen und eine Manipulation von Postsendungen zu verhindern, will Cisco Geräte gegebenenfalls an falsche Adressen liefern. Damit soll vertuscht werden, an wen die Pakete tatsächlich gehen.

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Cisco

(Bild: dpa, Monica M. Davey/Archiv)

Damit die NSA Postsendungen mit Cisco-Geräten nicht abfängt und manipuliert, sollen sie in besonderen Fällen künftig an falsche Adressen geliefert werden. Damit solle der US-Geheimdienst getäuscht werden, schreibt The Register und beruft sich auf Aussagen, die der Cisco-Sicherheitsverantwortliche John Stewart auf einer Unternehmensveranstaltung in Melbourne getätigt habe. Der habe erklärt: "Wir liefern Pakete an Adressen, die nichts mit dem Besteller zu tun haben, so dass niemand weiß, an wen sie am Ende gehen." Wirklich besorgten Kunden könne so etwas mehr Sicherheit versprochen werden, eine Garantie gegen NSA-Eingriffe gebe es aber nicht.

Hintergrund für diese unkonventionelle Ankündigung des Netzgeräteherstellers sind Berichte, denen zufolge der US-Geheimdienst NSA im Geheimen Postsendungen abfängt und enthaltene Geräte mit Malware manipuliert, um dann die Empfänger ausspionieren zu können. In einer ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Situation für das US-Unternehmen, dem der NSA-Skandal ganz allgemein schon nicht helfen dürfte, war die Enthüllung ein zusätzliches Problem. Cisco hatte deswegen scharfe Kritik an dem mutmaßlichen Vorgehen des US-Geheimdiensts geübt.

Die NSA fängt Postsendungen ab (3 Bilder)

Blick hinter die Kulissen

So werden Pakete offenbar geöffnet (links) und die enthaltene Technik manipuliert (rechts).
(Bild: Glenn Greewald, "Die totale Überwachung")

(mho)