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NSA-Skandal: GCHQ zapft angeblich Unterseekabel im Oman an

Der britische Geheimdienst GCHQ ist nach eigenen Worten dabei, "das Internet zu beherrschen". Dazu werden wohl auch Unterseekabel im Oman angezapft. Der "Guardian" soll diese Information zurückgehalten haben. Im Gegenzug habe Premier Cameron Ruhe gegeben.

Der britische Geheimdienst GCHQ (Government Communications Headquarter) zapft Internetdaten von drei Standorten im Oman ab. Das berichtet The Register unter Berufung auf Dokumente von Edward Snowden, die bislang niemand habe veröffentlichen wollen. Die wichtigste geheime Abhörbasis befinde sich in Sib, im Norden des Oman. In der Nähe liegt gleich eine ganze Reihe von wichtigen Unterseekabeln, die Süd- und Ostasien mit dem Nahen Osten verbinden. An einem weiteren Standort nahe der Straße von Hormuz wird demnach irakische Kommunikation abgefangen und im Süden existiere eine Station, in strategischer Nähe zum Jemen.

Der Oman liegt günstig für das britische Überwachungsprogramm.

(Bild: Submarine Cable Map)

Der Geheimdienstexperte Duncan Campbell nennt in dem Bericht auch einen vermutlichen Grund, warum diese Information bislang nicht öffentlich geworden war. Die britische Regierung habe sich entschieden, nicht weiter gegen den Guardian vorzugehen, nachdem dieser entschieden hatte, diese Details aus den Snowden-Dokumenten zurückzuhalten. Zuvor hatte die Zeitung mit den Enthüllungen zur NSA- und GCHQ-Überwachung der Zorn der britischen Führung auf sich gezogen. Hinter den Kulissen war sogar mit einer Schließung der Zeitung gedroht worden.

Die Enthüllung der Abhörbasen im Oman ergänzen das Bild der britischen Programme zur Überwachung des weltweiten Internetverkehrs. Im Rahmen des Programms Tempora werden dazu weltweit Unterseekabel angezapft und die dadurch fließende Kommunikation abgegriffen. Bereits bekannt war, dass dies offenbar auf Zypern geschieht und natürlich an den Kabeln, die die britische Küste erreichen. Der Independent hatte bereits im Sommer 2013 gemeldet, die Briten würden Kabel im Nahen Osten anzapfen. Mit diesen Operationen sei der Geheimdienst dabei, das "Internet zu beherrschen" ("to 'master' the internet"). Gegenüber dem Wired wollte der GCHQ die Enthüllung nicht kommentieren, versicherte aber, er halte sich an alle Gesetze. (mho)

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