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NSA-Skandal: Norwegens Geheimdienst kauft Supercomputer

Weil er mit den gesammelten Daten aus der Überwachung nicht mehr zurecht kommt, kauft Norwegens Militärgeheimdienst einen Supercomputer. Das geht aus neuen Dokumenten von Edward Snowden hervor.

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Der norwegische Militärgeheimdienst Etteretningstjenesten (E-tjenesten) kauft im Rahmen einer Budgetsteigerung von 600 Millionen Norwegischen Kronen (rund 70 Millionen Euro) auch einen Supercomputer, um die gewaltigen Datenmengen zu verarbeiten, die täglich gesammelt werden. Das berichtet die norwegische Zeitung Dagbladet unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Dokumente des NSA-Whistleblowers Edward Snowden. Daraus gehe hervor, dass der norwegische Geheimdienst mit der NSA vereinbart hat, gemeinsam Anwendungen für die immense Rechenkapazität von Steelwinter, einem Derivat eines IBM-Supercomputers namens Windsor Blue zu entwickeln. Genaue Angaben zur Leistungsfähigkeit macht die Zeitung aber nicht.

NSA-Skandal

Die NSA, der britische GCHQ und andere westliche Geheimdienste greifen in großem Umfang internationale Kommunikation ab, spionieren Unternehmen sowie staatliche Stellen aus und verpflichten Dienstleister im Geheimen zur Kooperation. Einzelheiten dazu hat Edward Snowden enthüllt.

Der Kauf sei demnach im März 2013 zwischen den beiden Geheimdiensten aus Norwegen und den USA besprochen worden. Wann der Supercomputer geliefert werden soll, gehe daraus aber nicht hervor. Gleichzeitig sei eine Zusammenarbeit bei Versuchen zur Entschlüsselung abgegriffener Inhalte vereinbart worden. Dabei solle der Computer genauso helfen wie bei der Suche nach den "Nadeln in den Heuhaufen" der massenhaft abgegriffenen Kommunikationsdaten. Das solle nun verstärkt in Norwegen selbst geschehen. Bislang seien die Daten häufig in die USA zur NSA geschickt worden.

In dem Artikel verweist die Zeitung darauf, dass bereits bekannt ist, dass der norwegische Geheimdienst allein im Dezember 2013 insgesamt 33 Millionen Telefongespräche abgegriffen hat. Entgegen ursprünglicher Berichte handelte es sich dabei aber offenbar nicht um norwegische Telefonate, sondern um welche in Afghanistan. Außerdem werde von einer Station in Vardø – nahe der Grenze zu Russland – Satelliten- und Radiokommunikation mitgeschnitten. Für die dabei anfallenden gewaltigen Datenmengen werde nun der Supercomputer angeschafft. (mho)

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