NSA-Skandal: US-Telefonüberwachung erneut verlängert

Für weitere 90 Tage müssen US-Telefonanbieter die Verbindungsdaten zu allen Telefonaten an die NSA weiterleiten. Unterdessen zeigt eine Untersuchung, dass Deutsche deutlich stärker auf den NSA-Skandal reagiert haben, als Briten oder US-Amerikaner.

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Telefon-Warteschleifen

(Bild: dpa, Uli Deck)

Von
  • Martin Holland
NSA-Skandal

Die NSA, der britische GCHQ und andere westliche Geheimdienste greifen in großem Umfang internationale Kommunikation ab, spionieren Unternehmen sowie staatliche Stellen aus und verpflichten Dienstleister im Geheimen zur Kooperation. Einzelheiten dazu hat Edward Snowden enthüllt.

Wie bereits mehrmals seit Beginn der Enthüllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden hat die US-Regierung erneut die umstrittene Telefonüberwachung von US-Amerikanern verlängert. Wie das US-Justizministerium mitteilte, wurde für weitere 90 Tage angeordnet, dass US-Telefonanbieter Verbindungsdaten aller Gespräche an die NSA weiterleiten müssen. Das sei nötig, weil die von US-Präsident Obama angestoßene Reform noch nicht vom Parlament verabschiedet wurde. Die sieht zwar weiterhin eine Speicherung dieser Daten vor, die sollen dann aber bei den Providern verbleiben und nur auf Anfrage herausgegeben werden.

Während die NSA-Enthüllungen in den USA also noch immer keine wirklichen rechtlichen Konsequenzen haben, reagieren zumindest die Nutzer – genauer einige Nutzer. Wie der Softwarehersteller Open-Xchange in einer Erhebung herausgefunden hat, haben in den USA rund 15 Prozent aller Internetnutzer mindestens einen Online-Dienst wegen des NSA-Skandals verlassen. In Großbritannien liege dieser Anteil bei 20 Prozent, in Deutschland mit 37 Prozent deutlich höher. Am häufigsten sei Facebook verlassen worden, hierzulande hätten 17 Prozent diese Konsequenz gezogen. In geringerem Maße hätten auch Google-Dienste diese Abwanderung zu spüren bekommen. (mho)