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NSA bereitet eigene Angriffe im Netz vor

Aktiv angreifen statt nur passiv Daten sammeln – die NSA rüstet sich für eine mögliche Auseinandersetzung im Netz. Nach den ABC-Waffen entwickelt die USA nun D-Waffen.

Snowden-Dokumente: Angriff im Netz

(Bild: Flickr/Norlando Pobre)

Der US-Geheimdienst NSA konzentriert sich längst nicht mehr nur auf die massenhafte Überwachung des Internets und seiner Benutzer – es geht ihm offenbar um die digitale Vorherrschaft im Netz. Die Agency rüstet sich für Cyberkriege, wie der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

In solchen Schlachten würden gezielt wichtige Infrastruktur wie Fabriken oder die Strom- und Wasserrversorgung ausgeschaltet – potenziell ist alles gefährdet, was von Computernetzwerken gesteuert wird. Als Beispiel nennt das Magazin den Angriff auf das iranische Atomprogramm mit dem Schädling Stuxnet und den Schnüffeltrojaner Regin. Der Spiegel stützt sich auf geheime Dokumente des NSA-Whistleblowers Edward Snowden, die er exklusiv einsehen konnte. In einer NSA-Präsentation heißt es demnach: "Der nächste größere Konflikt wird im Internet beginnen." Als Folge entwicklet die USA nach den ABC-Waffen (Atom-, biologische und chemische Waffen) nun digitale D-Waffen.

Der NSA gehe es auch darum, fremde Attacken aufzuspüren und dabei idealerweise Erkenntnisse fremder Geheimdienste abzugreifen. Devise sei dabei stets, die eigenen Aktionen plausibel leugnen zu können. Dazu sei es üblich, Unbeteiligte ohne ihr Wissen einzuspannen, um den wahren Urheber zu verschleiern. Der US-Geheimdienst ist offenbar bereits in der Lage, bestehende Bot-Netze durch eigene Angriffe umzudrehen und somit selbst einsetzen zu können.

Snowden sorgt sich, dass für die NSA die Verteidigung inzwischen eine viel geringere Rolle spiele, als der Angriff. Man brauche dringend internationale Vereinbarungen für Verhaltensregeln. (thk)

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