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NSA durchsucht E-Mails von US-Bürgern noch intensiver als gedacht

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Die NSA durchsucht die Online-Kommunikation von US-Bürgern noch intensiver als bisher bereits bekannt, schreibt die New York Times. Demnach fängt der US-Geheimdienst nicht nur die Kommunikation zwischen US-Bürgern und Ausländern ab, sondern durchsucht auch alle andere Nachrichten nach Verweisen auf überwachte Personen. Das könne etwa eine wenig genutzte E-Mail-Adresse sein, die in einer Nachricht auftaucht. Dazu müsse keine Genehmigung eingeholt werden.

Um die Kommunikation zu durchsuchen, würden alle Nachrichten, die einmal die Grenze überqueren, kopiert und dann durchsucht. Die Computer fahndeten dazu nach festgelegten Schlüsselwörtern. Alle Fundstellen würden für Analysten gespeichert, der Rest gelöscht. Zwar seien die Schlüsselwörter "sehr präzise", aber es habe auch immer wieder Fälle gegeben, in denen es zur versehentlichen Speicherung von zu viel Daten gekommen sei.

Der ungenannte NSA-Mitarbeiter, von dem die New York Times diese Informationen hat, habe aber bestritten, dass es sich um die sogenannte "Massensammlung" ("bulk collection") handelt, die die NSA immer wieder abstreitet. Von Massenerfassung könne nur die Rede sein, wenn man Daten abgreife und diese eine Weile für die Analyse behalte.

Stewart Baker, ein ehemaliger Justiziar der NSA, habe die Überwachung auch des Umfelds der Zielperson als sehr wertvoll bezeichnet, schreibt die Zeitung weiter. Habe der Geheimdienst etwa Erkenntnisse über eine von al-Qaida zur Planung genutzte Telefonnummer, könne die Suche nach dieser Nummer in E-Mails zu Personen führen, die in die Pläne eingeweiht sind. Einen Fall, bei dem dieses Programm tatsächlich bei der Verhinderung eines Anschlags geholfen hat, habe der anonyme Informant jedoch nicht liefern können. (mho)