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NSA sammelt Kommunikationsdaten unverdächtiger Briten

Der US-Geheimdienst NSA darf mit Erlaubnis britischer Geheimdienste Kommunikationsdaten über unverdächtige Briten sammeln und auswerten. Das geht aus einer weiteren Enthüllung aus dem Fundus des NSA-Whistleblowers Edward Snowden hervor, wie der Guardian berichtet. Die Zeitung bezieht sich auf ein Memo der NSA, laut dem es seit 2007 eine Vereinbarung gibt, nach der die US-Amerikaner Telefonnummern, IP-Adressen und E-Mail-Adressen in einer Datenbank speichern und den jeweiligen Bürgern zuordnen darf. Auch könnten andere US-Geheimdienste und das Militär auf die Daten zugreifen. Bis 2007 seien diese Daten gemäß früherer Vereinbarungen zwischen den USA und Großbritannien aus der Datenbank entfernt worden.

Die NSA nutzt laut dem Bericht diese Daten, um so genannte Lebensmuster und Übersichten von Verbindungen zwischen den erfassten Personen zu erstellen. So sei es ihr möglich, drei Schritte über eine bestimmte Person hinaus die Kommunikation weiterer Personen zu erfassen und deren Identitäten zu ermitteln. Im Visier der NSA sind also neben den Personen, die per Telefon oder Internet mit der Zielperson in Kontakt standen und jenen, die diese kontaktierten, auch Personen darüber hinaus.

Die Vereinbarung hat laut Guardian das so genannte UK Liaison Office des britischen Geheimdienstes GCHQ mit der NSA geschlossen. Aus den Dokumenten gehe nicht hervor, ob sie mit der britischen Regierung abgesprochen wurde und welche Mitglieder des britischen Geheimdienstes sie unterzeichnet haben. Eine Antwort auf eine Anfrage des Guardian an das GCHQ und die britische Regierung stehe noch aus. Aus einem weiteren Memo aus dem Jahr 2005 gehe hervor, dass die NSA nicht nur Daten von britischen, sondern auch von Bürgern anderer "Five-Eyes"-Staaten – also Neuseeland, Australien und Kanada – sammeln wolle, auch wenn es Vereinbarungen gebe, sich nicht gegenseitig zu überwachen. (anw)

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