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NSA will besser lauschen können

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Die National Security Agency (NSA) kämpft mit einer immer größeren Datenflut. "Wie wollen Sie einen Terroristen herausfiltern, der sich gerade eine Pizza bestellt?", beschreibt das Problem ein früheres Mitglied der Behörde in US-amerikanischen Medienberichten. Die Attentate vom 11. September 2001 haben gezeigt, dass es bei den Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten gar nicht rund läuft. Nachdem der Etat des FBI aufgestockt wurde, sollen sich nun auch die Bedingungen für die NSA bessern. Deshalb hat die Behörde die Science Applications International Corporation beauftragt, in den kommenden 26 Monaten für 282 Millionen US-Dollar bessere Lauschtechniken zu entwickeln.

Welche Techniken das sein sollen, darüber schweigen sich die beiden Geschäftspartner aus. Experten vermuten, es ging um die schnellere und intelligentere Verarbeitung des abgelauschten Telekommunikationsverkehrs, insbesondere die Entdeckung bedrohlicher Nachrichten im Internet. Es soll auch Software entwickelt werden, mit der verdächtige Wörter oder Sätze in Telefongesprächen herausgehört werden kann -- und dies in möglichst vielen Sprachen. So soll es nicht mehr wie am 10. September 2001 passieren, dass die NSA ein afghanisches Telefongespräch überhört, in dem von einer Terrorattacke die Rede war.

Die Forschungsgelder sind Teil des zwei Jahren laufenden Investitionsprogramms Trailblazer. Dies war aufgelegt worden, da die NSA technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand gewesen sei. Kritiker meinten, die Spionagebehörde sei im Kalten Krieg steckengeblieben. Zum Programm gehört auch die Entwicklung besserer Entschlüsselungstechniken. (anw)