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NTT präsentiert Prototypen eines Human Area Network

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Ende 2002 hatte der japanische Telekommunikations-Konzern NTT angekündigt, ein neues Datenübertragungsverfahren zu entwickeln, bei dem die Leitfähigkeit des menschlichen Körpers zum Austausch von Informationen zwischen elektronischen Geräten genutzt wird. Knapp zweieinhalb Jahre später präsentiert das Unternehmen mit RedTacton nun einen ersten Prototypen seines Human Area Network (HAN).

Grundprinzip des RedTacton-Konzepts ist die Erzeugung kleinster elektrostatischer Felder, die von einem Codegeber mit digitalen Informationen moduliert, kapazitiv an die Haut als Leiter abgegeben und bei Kontakt an einen anderen Körper übertragen werden. Zum Auslesen der Daten-Bits nutzt NTT einen neuartigen opto-elektrischen Receiver mit Miniatur-Laser, dessen Lichtstrahl von einem Kristall reflektiert wird.

Die vom RedTacton-Sender provozierten elektrostatischen Felder führen auf der Empfängerseite zu Änderungen des elektrischen Feldes im Kristall-Umfeld, was wiederum Polarisationänderungen des reflektierten Laserlichts hervorruft. Diese Polarisationsänderungen interpretiert der opto-elektrische Empfänger als korrespondierende Daten-Bits und wandelt sie in elektrische Signale um, die beispielsweise von einem PDA verarbeitet werden können.

NTT zufolge lassen sich mit der Technik -- die auch bei Kontakten mit Türgriffen, Schaltern und Drehkreuzen funktioniert -- bidirektional Signale mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 MBit/s übertragen. Die Stärke der provozierten elektrostatischen Felder gibt das Unternehmen mit wenigen 100 Milliwatt an. Bevor die HAN-Technik 2006 zur Marktreife gebracht werden soll, will NTT im Sommer Feldtests durchführen, an denen sich interessierte Unternehmen beteiligen können. (pmz)

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