NXP investiert in Oberflächen mit fühlbarem Touch

NXPs General Manager Mark Hamersma glaubt, dass neue Eingabeschnittstellen, unter anderem fühlbare Touchoberflächen, eine der wichtigsten Innovationsfelder der kommenden Jahre sein werden.

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Von
  • Ulrike Kuhlmann

Der niederländische Chip-Spezialist NXP investiert in den finnischen Touch-Spezialisten Senseg. Neben NXP beteiligen sich an der Finanzrunde über sechs Millionen US-Dollar auch die von den Skype-Gründern ins Leben gerufene Ambient Sound Investment sowie die finnische Investorengruppe Avera, beides Senseg-Investoren der ersten Stunde.

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Zu neuen Touch-Techniken siehe auch:

NXPs General Manager Mark Hamersma glaubt, dass neue Eingabeschnittstellen eine der wichtigsten Innovationsfelder der kommenden Jahre sein werden. Für erfühlbare Touchoberflächen sieht Hamersma große Möglichkeiten nicht nur bei den Mobilgeräten, sondern auch im Automobilbereich. Nutzer müssen beim Bedienen eines haptischen Touchscreens nicht bei jeder Eingabe zwingend auf den Schirm schauen, was besonders in potenziellen Gefahrensituationen – etwa beim Autofahren – entscheidend sein kann. Mit der Investition in den 2006 gegründeten Startup Senseg will sich NXP nun den Zugang zu entsprechenden Techniken sichern und sie zur Serienreife bringen.

Coloumbsche Kräfte durch (sehr geringe) Ströme in der Senseg-Touchoberfläche erzeugen für den Finger fühlbare Texturen.

Die von Senseg entwickelte Touchoberfläche unterscheidet sich wesentlich von aktuellen haptischen Touchscreen: Bei herkömmliche Schirmen vibriert und summt die Oberfläche bei einer Berührung des Displays. Dafür sorgen in kleineren Geräten sich verbiegende Piezostreifen, in größeren schlagen winzige Exzenterscheibe kleiner Elektromotoren gegen das Frontglas. Senseg erzeugt das haptische Feedback dagegen Software-gesteuert ganz ohne mechanisch bewegte Teile.

Die Sensorfläche von Senseg besteht aus einer flexiblen, durchsichtigen Schicht, die den näher kommenden Finger mit einem wechselnden elektrostatischen Feld anzieht oder abstößt. Über die Kraft zwischen Finger und Touchoberfläche simuliert Senseg verschiedene Texturen, beispielsweise kann man am glatten Touchscreen eine samtene Oberfläche oder die Rauheit von Schmirgelpapier erfühlen. Da die dünne Tixel-Sensorschicht von Senseg keine beweglichen Teile hat, lässt sie sich auf Smartphones ebenso aufbringen wie auf sehr große Info-Bildschirme. Die finnische Firma entwickelt auch das Modul zur Ansteuerung der Sensoroberfläche und die Software, über die sich der elektrostatische Touch auf die jeweilige Anwendung anpassen lässt. Einen ausführlichen Beitrag zu neuen Touchtechniken finden Sie hier. (uk)