Trotz Böhmermann-Aufruf: "Coin Master" wird nicht indiziert

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat erklärt, das Spiel "Coin Master" nicht zu indizieren. Jan Böhmermann hatte die App kritisiert.

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(Bild: George Rudy / Shutterstock.com)

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Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) wird die Spiele "Coin Master", "Coin Trip" und "Coin Kingdom" nicht indizieren. Die Spiele hätten keine jugendgefährdende Wirkung im Sinne des Jugendschutzgesetzes, teilte die BPjM mit. Zuvor hatte der Satiriker Jan Böhmermann in seiner TV-Sendung "Neo Magazin Royal" dazu aufgerufen, bei der Prüfstelle eine Beschwerde über die Spiele einzulegen.

In der Erklärung der BPjM heißt es, dass die Apps zwar Gefährdungen für die Integrität von Kindern und Jugendlichen darstellen könnten, diese jedoch nicht in den Aufgabenbereich der Prüfstelle fielen, da es sich um Interaktionsrisiken handele – etwa eine potenziell exzessive Nutzung und die Schädigung finanzieller Interessen. Stattdessen wurden die inhaltsbezogenen Konfrontationsrisiken begutachtet.

Bei ihnen konnte das Gremium keinen Grund zur Gefährdung feststellen."Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die Visualisierung der Spielautomaten auch von echten Spielautomaten abweichende Elemente aufweist, der Spielfluss immer wieder durch andere Spielhandlungen unterbrochen wird und neben dem Gewinn von Coins weitere für das Spiel relevante Alternativen gewonnen werden können." Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass die Spiele zu entsprechendem Verhalten in der Realwelt anspornen könnten.

"Coin Master" ist eine Art Glücksspiel mit Spielautomaten-Funktion und zugleich Elementen, bei denen man etwa Dörfer von Freunden zerstören kann. Neben virtuellem Geld kann auch echtes Geld investiert werden. In der Sendung "Neo Magazin Royal" hatte Jan Böhmermann erklärt, hinter der App stehe die Firma Moonactive, in die einige Unternehmen aus der Glücksspielindustrie investiert haben. Er forderte von den Zuschauern, Beschwerde bei der BPjM einzulegen, um die Prüfung zu erreichen.

Die App haben Teenie-Stars wie Bibi Heinicke und Daniela Katzenberger beworben. Zunächst war das Spiel sogar ab 0 Jahren freigegeben. Apple hat die Altersbeschränkung auf 17+ gehoben. Im Google Play Store muss man 16 Jahre alt sein, um spielen zu dürfen. "Coin Trip" und "Coin Kingdom" verhalten sich ähnlich, sind aber von anderen Konzernen. Auch sie sind bei Apple ab 12+ und 17+ Jahren erlaubt, bei Google ab 16. In beiden Stores gibt es zahlreiche solcher Spiele – samt Millionen Bewertungen. (emw)