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Nach Cambridge Analytica: Facebook blockiert mehr als 400 Apps

Seit dem Datenskandal um Cambridge Analytica hat Facebook inzwischen tausende Apps untersucht und mehr als 400 verdächtige Anwendungen suspendiert.

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Facebook

(Bild: dpa, Dominic Lipinski/PA Wire)

Seit dem Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica hat Facebook tausende Apps überprüft, ob sie widerrechtlich Nutzerdaten abgreifen. Mehr als 400 verdächtige Anwendungen wurden dabei bislang entdeckt, womit sich die Anzahl seit Mai verdoppelt hat. Die verdächtigen Apps wurden suspendiert und sollen genauer untersucht werden – ihnen droht eine Sperrung. Suspendierte Apps sind nicht öffentlich gelistet.

Im Rahmen der Untersuchung sperrte Facebook am gestrigen Mittwoch die Umfrage-App "myPersonality", weil die Entwickler einer Überprüfung nicht zugestimmt hätten. Erdacht wurde die App von Forschern des Cambridge Psychometrics Centre (Uni Cambridge). Für Facebook sei klar, dass die Forscher die Daten mit anderen Forschern und Unternehmen bei nur eingeschränkten Schutzvorkehrungen geteilt hätten, erklärt Facebook-Manager Ime Archibong in einem Blog-Eintrag. Die gesammelten Informationen waren offenbar auf einer unsicheren Webseite zugänglich. Facebook hatte myPersonality deshalb am 7. April zunächst suspendiert. Damals erklärte die Uni Cambridge, dass die App keinen internen Genehmigungsprozess durchlaufen habe.

Nach der Cambridge-Analytica-App ist dies erst die zweite Sperrung einer App seit dem Datenskandal im März, berichtet Techcrunch. Facebook will nun 4 Millionen Nutzer darüber informieren, dass ihre Daten möglicherweise missbraucht wurden. "Da wir derzeit keine Beweise dafür haben, dass myPersonality auf die Informationen von Freunden zugegriffen hat, werden wir die Facebook-Freunde dieser Personen nicht benachrichtigen", erklärt Archibong.

Die App war allerdings seit vielen Jahren nicht mehr aktiv: Bereits 2012 wurde myPersonality eingestellt. Es seien keine der gesammelten Daten an die Analysefirma Cambridge Analytica weitergegeben worden, versicherten die Forscher. Allerdings landeten die Datensätze offenbar auf GitHub, wo sie für jeden frei zugänglich waren, berichtete das Wissenschaftsmagazin New Science. (dbe)