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Nach Gamergate: Frankreich will positives Frauenbild in Videospielen fördern

Frankreichs Regierung prüft derzeit verschiedene Möglichkeiten, um Computerspiele zu fördern, in denen ein positives Frauenbild propagiert und gesellschaftliche Vielfalt angepriesen wird. Sexistische Spiele sollen es dagegen künftig schwerer haben.

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Nach Gamergate: Frankreich will positives Frauenbild in Computerspielen fördern

Frankreich will Spiele mit positivem Frauenbild – wie etwa Beyond Good & Evil aus dem Jahr 2003 – fördern.

(Bild: Ubisoft)

Frankreichs Regierung diskutiert verschiedene Möglichkeiten, um ein positives Frauenbild in Spielen zu fördern und Sexismus in Videospielen zurückzudrängen. Das geht aus einer Antwort der Staatssekretärin für digitale Ökonomie, Axelle Lemaire, auf eine parlamentarische Anfrage hervor, berichtete Le Figaro vergangene Woche. Die hatte die sozialistische Abgeordnete Catherine Coutelle gestellt. Deren Gesetzentwurf zum Verbot von Steuervergünstigungen für Hersteller von Spielen, in denen Frauen erniedrigt werden, war jüngst gekippt worden.

Der Antwort und dem Zeitungsbericht zufolge gibt es Überlegungen, Spiele, die ein positives Bild von Frauen und Vielfalt malen, finanziell zu unterstützen. Außerdem werde ein Label zur Kennzeichnung von Spielen erwogen, die den Respekt gegenüber Frauen propagieren. Sexistische Spiele wiederum sollten schwerer beworben werden können, etwa indem sie bei der Alterseinstufung PEGI als "diskriminierend" und damit "empfohlen ab 18 Jahren" eingestuft würden.

Lemaire erklärt das Ansinnen mit der weltweit aufgeflammten Diskussion über die Rolle von Frauen in Computerspielen, auch "als Reaktion auf gewalttätige Polemik zu dem Thema in sozialen Netzen". Hiermit spielt die Staatssekretärin offenbar auf jene Auseinandersetzungen an, die vor allem 2014 geführt wurden und als "Gamergate" auch über die Spieleszene hinaus bekannt wurden. Während Lemaire diese Debatte nur umschreibt, nennt sie die Videoserie "Feminist Frequency" von Anita Sarkeesian und deren Analyse von Frauenbildern in Computerspielen namentlich als weiteren Grund für die jüngste Aufmerksamkeit für das Thema.

In ihrer Antwort erklärt Lemaire schließlich noch, Frankreich stehe an der Spitze jener Bewegung für ein besseres Frauenbild in Videospielen. Mit Jade in "Beyond Good & Evil" habe ihr Land der Welt eine der bekanntesten weiblichen Figuren gegeben und es gebe weitere Titel aus Frankreich, die diesem Beispiel folgten: "Remember Me", "Beyond: Two Souls", "Life is Strange", "Dishonored 2" sowie "Assassin's Creed: Syndicate". Diese Entwicklung solle vom französischen Staat begleitet und gefördert werden. (mho)

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