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Nach Kritik von Datenschützern will Google E-Mail-Konzept prüfen

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Der Internet-Suchmaschinenspezialist Google hat angekündigt, seinen geplanten E-Mail-Service Gmail auf Datensicherheit zu überprüfen. Dies erklärte der Vorsitzende der Artikel-29-Datenschutzgruppe und deutsche Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, in Brüssel. Google habe den europäischen Datenschützern das neue System vorgestellt; die Datenschutzgruppe will die Harmonisierung des Datenschutzes innerhalb der Europäischen Union vorantreiben und berät die EU-Kommission in allen Fragen des Datenschutzes. "Die Möglichkeit, E-Mails über einen sehr langen Zeitraum zu speichern und den Speicher systematisch zu durchsuchen, hat uns Sorge bereitet", sagte Schaar gegenüber dpa.

Bisher ist die E-Mail-Funktion des weltweit erfolgreichsten Suchmaschinen-Betreibers nur als Beta-Version in englischer Sprache verfügbar. Der neue Service soll sich über kontextbezogene Werbung finanzieren. Dafür können die Mail-Bestände für die Platzierung der Werbeeinblendungen nach Schlüsselbegriffen durchsucht werden. Auch in den USA stieß dieses Vorhaben auf heftige Kritik der Datenschützer. Nach Ansicht einzelner deutscher Datenschützer würde Gmail in seiner bisherigen Form sogar gegen das im Grundgesetz verankerte Fernmeldegeheimnis verstoßen.

Unterdessen hat sich die Konkurrenz bereits gut gerüstet. Der Internet-Portalbetreiber Lycos Europe offeriert inzwischen einen eigenen E-Mail-Dienst mit einem Speichervolumen von ebenfalls einem Gigabyte an. Anders als bei Google ist die Nutzung komplett werbefrei, dafür aber kostenpflichtig. Auch Yahoo bietet ohne kontextbezogene Werbung für die kostenlosen Mail-Accounts mittlerweile einen Speicherplatz von 100 MByte, beim kostenpflichtigen Dienst Mail Plus könnnen die Nutzer auf einen Speicherplatz von 2 GByte zugreifen. (jk)