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Nach Massaker in Florida: Trump diskutiert Gewalt in Computerspielen

Nach dem Massaker an einer Schule diskutiert die USA einmal mehr über Ursachen der Gewalt. Donald Trump hatte nun zu einem Meeting geladen, um über Gewalt in Videospielen zu sprechen. Neue Argumente gab es wohl nicht.

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Nach Massaker in Florida: Meeting bei Trump zu Gewalt in Computerspielen ohne Ergebnis

Eine nach dem bewaffneten Überfall auf eine Highschool in Florida einberufene Sitzung im Weißen Haus ist offenbar ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Wie die US-Spieleseite Kotaku berichtet, dauerte das Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump, Vertretern der Spieleindustrie und Kritikern gewalthaltiger Spiele eine Stunde lang. Die Spieleindustrie sei dabei von einer Lobbygruppe und Managern von Bethesda ("Doom" und "Wolfenstein") sowie Take Two ("GTA") vertreten worden. Ihnen gegenüber saßen demnach ein Buchautor, demzufolge Videospiele Killer ausbilden und eine Vertreterin des Parents Television Council (PTC), einer Organisation, die sich für das verfassungswidrige kalifornische "Killerspiel"-Gesetz eingesetzt hatte.

Anwesenden zufolge kam es bei dem Meeting zum erwarteten Streit: Die Vertreter der Spieleindustrie verwiesen demnach auf das bestehende Bewertungssystem für Spiele und erklärten, dass Spiele nicht das Problem seien. Ihre Kritiker erklärten, blutige Videospiele seien schlecht für Kinder. Der Präsident habe sich die Argumente interessiert angehört. Selbst das PTC habe aber danach eingeräumt, dass ihrer Meinung nach zwei Faktoren noch stärkere Verantwortung an der Waffengewalt in den USA haben: der einfache Zugang zu Waffen und psychische Krankheiten. Relativ früh in dem Meeting wurde außerdem ein Video abgespielt, in dem sehr selektiv äußerst blutige Szenen aus Computerspielen zusammengestellt waren, darunter auch aus dem besonders kontroversen "Call of Duty: Modern Warfare 2".

Diese selektive und sicher nicht repräsentative Zusammenstellung von Gewalt in Computerspielen wurde im Weißen Haus gezeigt.

Wie es nach dem Treffen nun weitergeht, sei unklar, schreibt Kotaku weiter. Schon nach dem Massaker an einer Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut habe es ein ähnliches Meeting gegeben, damals mit Vizepräsident Joe Biden. Konsequenzen habe es aber keine gehabt. Nach dem Massaker in Florida wird in den USA derzeit aber ungewohnt anhaltend über Waffengewalt diskutiert, auch weil Schüler der Schule sich unter dem Schlachtruf #NeverAgain gegen die laxen Waffengesetze engagieren und dabei gekonnt soziale Netze wie Twitter nutzen. Gewalt in Computerspielen ist ein oft nach blutigen Verbrechen wiederkehrendes Diskussionsthema, auch wenn es immer wieder Studien gibt, die keinen Zusammenhang zwischen der Gewalt am Bildschirm und aggressivem Verhalten finden. (mho)

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