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Nach Wikipedia-Sperre: Kritik an der britischen Internet Watch Foundation

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Mike Godwin, Anwalt der Wikimedia Foundation, hat die Arbeitsweise der britischen Internet Watch Foundation (IWF) kritisiert. Anfang des Monats hatte die IWF, die etwa Internet-Providern bei der Sperrung potenziell illegaler Inhalte hilft, einen Wikipedia-Artikel über das 1976 erschienene Album Virgin Killer der Band The Scorpions sperren lassen, ein paar Tage später nach Protesten aber wieder freigegeben. Godwin kritisiert, dass es etwa für den Besucher einer Seite nicht erkennbar sei, dass sie aufgrund einer IWF-Sperre nicht erreichbar ist. Es werde nur eine allgemeine Fehlermeldung ausgegeben.

Ebenfalls sei nicht ersichtlich, wie jemand etwas gegen eine Sperrung unternehmen könne. Nach der ersten Beschwerde gegen die Sperre sei Wikimedia informiert worden, dass die Beschwerde bereits abgelehnt worden sei – ohne überhaupt einen Vertreter der Foundation gehört zu haben. Außerdem sei es der Meinungsfreiheit nicht zuträglich, sich wie die IWF bei der Beurteilung, ob ein Inhalt gegen das Gesetz verstoße, hauptsächlich auf die Hilfe von Gesetzeshütern zu verlassen, erläutert Godwin weiter. Die neigten ohnehin eher dazu, etwas als kriminell einzustufen.

Kritisch findet Godwin außerdem, wie eine Sperrung technisch umgesetzt wird. Provider leiteten einfach Anfragen durch Filter-Proxy-Server, sodass die Anfragen an eine Website nicht mehr von vielen, sondern nur noch von wenigen IP-Adressen kommen. So könne aber eine Site wie die Wikipedia mit sehr vielen unterschiedlichen Besuchern ihren eigenen Zugriffsschutz nicht mehr aufrecht erhalten. Im Ergebnis müsste sie auch legitime Zugriffe sperren. Nachzulesen ist die Kritik im Blog WebMink von Simon Phipps, dem obersten Open-Source-Koordinator von Sun Microsystems.

Siehe dazu auch:

(adb)