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Nachgelegt: Zertifikat für Microsofts Dienstsuite BPOS-Federal

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Microsoft hat für die US-Behördenausgabe seines Webdienst-Bündels Business Productivity Online Suite (BPOS-F) das FISMA-Zertifikat und die daraus resultierende Einsatzerlaubnis für US-Behörden (Authorization to operate, ATO) erhalten. Kurz nachdem das BPOS-Nachfolgeprodukt Office 365 in den offenen Betatest gegangen ist, reicht der Softwareriese die Grundlage für die Platzierung seiner Dienste von gehosteten SharePoint-, Exchange- und Office-Communication-Server als Behördenanwendung nach. Ohne die ATO dürfen US-Behörden nicht davon ausgehen, dass ein Programmpaket oder Dienstleistungsangebot hinreichend sicher für ihre Bedürfnisse ist und es nicht einsetzen. Trotzdem scheint Microsoft schon vor der Zertifizierung das US-Argrarministerium als Kunden für BPOS gewonnen zu haben, das jetzt den Startschuss zur Versorgung von 120 00 Mitarbeitern mit den Redmonder Webdiensten vernommen hat.

Auf seiner US-Webseite für Behördensoftware rührt Microsoft eifrig die Werbetrommel für Office 365. Das Unternehmen hat zwar verlautbart, die FISMA-Zertifizierung für diese neue Suite werde es sofort nach deren Start in Angriff nehmen. Doch wie weit die Zertifizierung dem Release eines solchen Produkts typischerweise nachhinkt, zeigt sich am Beispiel BPOS-F: Eine Zutat der Suite, der Office Communication Server, ist in Microsofts Katalog für nicht-behördliche Kunden längst durch den Lync Server ersetzt worden, muss für BPOS-F aber weiterhin als die modernste zugelassene Kommunikationsbasis herhalten .

Vor einigen Tagen hatte Microsofts Vizepräsident gegen den Konkurrenten Google gewettert, dieser hätte entgegen seiner Werbestatements kein FISMA-Zertifikat für seine Behörden-Dienstangebote vorzuweisen und leite seine Kundschaft mit falschen Behauptungen in die Irre. Google bestreitet diesen Mangel; sein Dienstpaket Google Apps for Government sei bloß eine zusätzlich abgesicherte Version des sehr wohl zertifizierten "Normal"-Pakets Google Apps. Das spezifische Zertifikat für die Behörden-Spezialversion sei quasi in Arbeit und noch nicht fertig. Google hatte schon zuvor ein Gerichtsverfahren veranlasst, weil es sich bei der Ausschreibung eines Berhördenauftrags für Webdienst-Abos gegenüber Mirosoft benachteiligt gesehen hatte. Bei der daraufhin nachträglich vorgenommenen Bewertung stellte sich heraus, dass das beklagte US-Innenministerium Googles Zertifikat nicht gelten lassen wollte, andererseits aber Microsofts Dienste trotz des derzeit noch gar nicht erteilten Zertifikats als sicherer ansah. (hps)